Im Juni 2019 wird das Wochenendticket eingestellt. Dies berichten mehrere Medien übereinstimmend. Demnach habe die Deutsche Bahn vor allem die Anerkennung des Wochenendtickets in den Verkehrsverbünden vor Finanzierungsprobleme gestellt. Die DB selbst verweist auf das Quer-durchs-Land-Ticket als Alternative – doch das hat einige Nachteile.

Schönes-Wochenende-Ticket-Deutsche-BahnAm 18. Dezember 2018 verkündete die Deutsche Bahn die Zäsur: Nach 24 Jahren geht eines der ersten pauschalen Nahverkehrsangebote von Bord. Das Schönes-Wochenende-Ticket wird eingestellt. Noch bis zum 8. Juni 2019 können Reisende das Wochenendticket kaufen – bei der Online-Buchung sparen Sie dabei 2 Euro gegenüber dem Kauf am Automaten.

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Begründung der Deutschen Bahn für die Einstellung des Wochenendtickets

So begründet die Bahn gegenüber der Rheinpfalz die Einstellung des Wochenendtickets:

Das Schönes-Wochenende-Ticket wird zum einen mangels Nachfrage und zum anderen zur Vereinfachung der Tarifstruktur zum Juni 2019 vom Markt genommen. Mit dem beliebten Quer-durchs-Land-Ticket gibt es ein nahezu identisches bundesweites Angebot. Zudem wirkten sich vor allem die Abgaben für die Anerkennung in den Verbundverkehren negativ auf die Erlösentwicklung und damit auch die nachhaltige Finanzierbarkeit des Schönes-Wochenende-Tickets aus. Es wäre ohne deutliche Preiserhöhung nicht mehr finanzierbar gewesen.

Die Anerkennung des Wochenendtickets in vielen Verkehrsverbünden in Deutschlands dürfte also einer der Hauptgründe für die Einstellung des Wochenendtickets gewesen sein, berichtet die Rheinpfalz. Allerdings ist diese Begründung für die Einstellung des Wochenendtickets zum 8. Juni 2019, gepaart mit dem Verweis auf das Quer-durchs-Land-Ticket als Alternative, nicht ganz schlüssig. Viele Kunden schätzen die Flexibilität des Wochenendtickets: Man reist mit dem Regionalverkehr etwa zum Tagesausflug nach Berlin. Dort angekommen, kann man direkt die S-Bahn, U-Bahn, Straßenbahn oder die Bus-Linien der Hauptstadt nutzen, ohne ein zusätzliches BVG-Nahverkehrsticket zu erwerben – dies schlägt zusätzlich mit 2,80 Euro für die Einzelfahrt oder 9 Euro für die 4er-Karte zu Buche.

Dieser Vorteil des Wochenendtickets geht mit der einzige verbliebenenen Alternative für deutschlandweite Pauschalangebote im Regionalverkehr, dem Quer-durchs-Land-Ticket verloren. Denn mit dem Quer-durchs-Land-Ticket gibt’s dagegen die Fahrt mit den Regionalverkehrszügen; doch das Ticket für die Weiterfahrt in den Verkehrsbünden muss der Kunde zusätzlich zahlen.

Insgesamt dürften aber diese Nahverkehrsangebote nicht zur DB-Preispolitik der günstigen Bahntickets passen. Der Einstiegssatz von 46 Euro für die 1. Person beim Quer-durchs-Land-Ticket ist für die Nutzung von Nahverkehrszügen recht hoch. Die Bahn preist DB Tickets zum Super Sparpreis bereits ab 19,90 Euro aus dem DB Sparpreisfinder an – da wirken etwa die 52 Euro, die 2 Personen für die Nutzung von Nahverkehrszügen zahlen müssen, verdammt hoch.

Ebenfalls dürfte durch die inzwischen tägliche Nutzung des Quer-durchs-Land-Tickets die Absatzzahlen des Wochenendtickets trotz der Nachteile nach unten getrieben haben.



Quer-durchs-Land-Ticket: Alternative fürs Wochenendticket?

Die Deutsche Bahn preist das Quer-durchs-Land-Ticket als Alternative zum Wochenendticket. Ist das wirklich so? Wir haben beide Angebote unter die Lupe genommen.

Wochendticket: Infos & Preise

Preis44 Euro für die erste Person
6 Euro für jede weitere Person
maximal 5 Personen für 68 Euro
Gültigkeitbeliebig viele Fahrten in Nahverkehrszügen (RE, RB, IRE) in Deutschland
in 19 Verkehrsverbündnen in Deutschland gültig für die Fahrt mit S-Bahn, U-Bahn, Trams und Bus
ReisetageSamstag oder Sonntag
Reisezeit0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages
Zugklassenur 2. Klasse
BahnCard-Rabattnein
BuchungWochenendticket online buchen

Quer durchs Land Ticket: Infos & Preise

Preis44 Euro für die erste Person
8 Euro für jede weitere Person
maximal 5 Personen für 76 Euro
Gültigkeitbeliebig viele Fahrten in Nahverkehrszügen (RE, RB, IRE) in Deutschland
ReisetageMontag bis Sonntag sowie bundesweite Feiertage
Reisezeit9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages, am Wochenende bereits ab 0 Uhr
Zugklassenur 2. Klasse
BahnCard-Rabattnein
BuchungQuer-durchs-Land-Ticket online buchen

Vergleich: Wochenendticket vs. Quer-durchs-Land-Ticket

Nachfolgend ein Vergleich zwischen dem Quer-durchs-Land-Ticket und dem Wochenendticket:

WochenendticketQuer-durchs-Land-Ticket
Preis
  • 44 Euro für die erste Person
  • 6 Euro für jede weitere Person
  • maximal 5 Personen für 68 Euro
  • 44 Euro für die erste Person
  • 8 Euro für jede weitere Person
  • maximal 5 Personen für 76 Euro
Gültigkeit
  • beliebig viele Fahrten in Nahverkehrszügen (RE, RB, IRE) durch Deutschland
  • in S-Bahn, U-Bahn, Tram & Bus vieler Städte (19 von 61 Verkehrsverbünden)
  • beliebig viele Fahrten in Nahverkehrszügen (RE, RB, IRE) durch Deutschland
  • nicht gültig für S-Bahn, Tram & Bus in Verkehrsverbünden
ReisetageSamstag oder SonntagMontag bis Sonntag sowie bundesweite Feiertage
Reisezeit0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages, am Wochenende bereits ab 0 Uhr

In vielen Aspekten sind sich beide Tickets sehr ähnlich:

  • beliebig viele Fahrten mit Regionalzügen (RB, RE, IRE) durch Deutschland
  • einen ganzen Tag lang gültig
  • kein BahnCard-Rabatt, keine Erstattung, nur für die 2. Klasse erhältlich

Die Alternative Quer-durchs-Land-Ticket hat also zwei entscheidende Nachteile gegenüber dem Wochenendticket:

  • Bei 5 Personen kostet das quer-durchs-Land-Ticket insgesamt 8 Euro mehr als das Wochenendticket.
  • Das QDL-Ticket gilt nicht in den Verkehrsverbünden, also zur Fahrt mit S-Bahn, Straßenbahn, U-Bahn und Bus. Hierfür müssen Fahrgäste eine zusätzliche Fahrkarte lösen.

Ob also das Quer-durchs-Land-Ticket tatsächlich als Alternative zum Wochenendticket angesehen werden kann, bleibt abzuwarten.

Vergleich: Quer-durchs-Land-Ticket vs. Ländertickets

Die Deutsche Bahn schlägt als Alternative zur Einstellung des Wochenendtickets das Quer-durchs-Land-Ticket vor. bahndampf.de hat hier einen weiteren Vorschlag – die DB Ländertickets. Diese regionalen Pauschalangebote wie das Bayernticket, das Niedersachsenticket, das Baden-Württemberg-Ticket oder das Brandenburg-Ticket eine wirkungsvolle Alternativefür alle, die flixible Fahrten im Regionalverkehr planen, dabei auch die Fahrt im Verkehrsverbund mit S-Bahn, U-Bahn, Tram oder Bus beinhaltet haben möchten, aber in einem Bundesland bleiben. Für alle, die etwa von Bayern nach Baden-Württemberg oder von Niedersachsen nach NRW wollen, kann auch die Kombinations zweier Ländertickets sinnvoll sein – und immer noch günstiger als das Quer-durchs-Land-Ticket.

Quer-durchs-Land-TicketLänderticket, Beispiel: Bayernticket Tag, 2. Klasse
Preis
  • 44 Euro für die erste Person
  • 8 Euro für jede weitere Person
  • maximal 5 Personen für 76 Euro
  • = pro Person: 15,20 Euro
  • 25 Euro für die erste Person
  • 7 Euro für jede weitere Person
  • maximal 5 Personen für 53 Euro
  • = pro Person: 10,60 Euro
Gültigkeit
  • beliebig viele Fahrten in Nahverkehrszügen (RE, RB, IRE) durch Deutschland
  • nicht gültig für S-Bahn, Tram & Bus in Verkehrsverbünden
  • beliebig viele Fahrten in Nahverkehrszügen (RE, RB, IRE) durch Bayern
  • gültig für S-Bahn, Tram & Bus in Verkehrsverbünden
ReisetageSamstag oder SonntagMontag bis Sonntag
Reisezeit0 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages9 Uhr bis 3 Uhr des Folgetages, am Wochenende bereits ab 0 Uhr
Klasse nur 2. Klasse2. Klasse und 1. Klasse

Geschichte des Wochenendtickets

Das beliebte Wochenendticket hat eine bewegte Geschichte hinter sich – und eine lange Tradition. Seit 1995 ist das Schöne-Wochenende-Ticket der Deutschen Bahn, auch als Wochenendticket bezeichnet, ein DB-Dauerbrenner. Anfangs kostete das Wochenendticket 15 D-Mark und galt für das komplette Wochenende. Im Laufe der Fahrplan-Wechsel der DB wurde die Gültigkeit des Wochenendtickets immer wieder angepasst – auch weil Züge stark überbelegt waren. Anfang der 2000er-Jahre wurde auch die Abschaffung des Wochenendtickets diskutiert, doch die Popularität der Schönes-Wochenende-Tickets der Bahn blieb konstant hoch. Doch nun ist entgültig Schluss – nach 24 Jahren verschwindet das Wochenendticket vom Markt.


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