Sie sind vom Bahnstreik betroffen? Ihr Zug war nicht pünktlich oder Sie konnten die Reise nicht antreten? Alle Informationen zu den Fahrgastrechten bei Bahnstreik gibt’s hier: Wir erklären, wie Sie Ihren Anspruch auf Bahnticket-Erstattung und Entschädigung wegen des Streiks kostenlos online prüfen lassen.

Deutsche Bahn - Fahrplan-Anzeigetafel im Berliner Hauptbahnhof
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Bahnstreik 2018: DB-Kulanzregelung für Ticket-Gültigkeit

Die DB hat aktuell für Spar- und Supersparpreis-Tickets die Zugbindung aufgehoben. Alle Fernverkehrstickets mit Gültigkeit für den Streiktag – also den Montag, 10. Dezember 2018 – behalten ihre Gültigkeit bis Sonntag, 16. Dezember. Die DB empfiehlt Kunden im Fernverkehr, die flexibel reisen können, auf den morgigen Tag auszuweichen. Die DB erstattet Tickets und Reservierungen kostenlos, wenn streikbedingt die Reise nicht wie geplant möglich ist.

Die DB hat für Kunden eine kostenfreie Sonderhotline geschaltet. Betroffene Fahrgäste erreichen sie unter 08000 99 66 33. Aktuelle Informationen finden Kunden der DB auch auf bahn.de/aktuell, m.bahn.de oder in der App DB-Navigator.

Bahnstreik 2018: Bahnticket-Erstattung online beantragen

Ihr Zug hatte Verspätung oder ist ausgefallen? Dann können Sie Ihre Fahrgastrechte online geltend machen – und sich bei Verspätungen, Zugausfällen oder zusätzlichen Taxi- und Hotelkosten schnell & einfach bei unserem Partner refundrebel.com bis zu 100% vom gezahlten Fahrpreis erstatten lassen:

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Mit Online-Anbieter wie Refund-Rebel, Zug-Erstattung, Robin-Zug oder Bahn-Buddy gibt es jetzt eine einfache Möglichkeit, sich die Ticket-Kosten und Zusatzaufwendungen schnell erstatten zu lassen. Dabei versprechen die Anbieter, dass sie den Anspruch online innerhalb von 45 Sekunden prüfen. Die DB selbst bietet hingegen nur die Möglichkeit an, sich das Fahrgastrechte-Formular herunterzuladen, auszufüllen und per Post einzuschicken.



Bahnstreik 2018: Fahrgastrechte im Überblick

Die allgemeinen Bahn-Fahrgastrechte gelten auch bei Streik – und lauten wie folgt:

  • Ab 20 Minuten Verspätung kann ein anderer Zug als der gebuchte genutzt werden, die Zugbindung ist aufgehoben. Reisende können in diesem Fall in der Bahnauskunft schauen, welches die nächste erreichbare Zugverbindung in Richtung des Ziels ist und in jeden Zug einsteigen. Dies gilt vor allem für den Flexpreis Bahn oder DB Tickets aus dem DB Sparpreisfinder, also den Sparpreis und den Super Sparpreis. Wer ein reines Nahverkehrsticket hat, kann in diesem Fall auch ICE und IC gegen Zahlung der Differenz nutzen.
  • Ab 60 Minuten Verspätung laut Fahrplan erhalten Fahrgäste eine Entschädigung von 25 Prozent des Fahrpreises
  • Ab 120 Minuten Verspätung beträgt die Erstattung 50 Prozent.

Weitere Sonderfälle:

  • Bei Fahrkarten für Hin- und Rückfahrt, die auf einer Fahrkarte abgebildet sind, wird die Entschädigung ab 60 Minuten bzw. ab 120 Minuten Verspätung auf der Grundlage des halben entrichteten Fahrpreises berechnet.
  • Zeitkarten werden pauschal je Verspätung ab 60 Minuten entschädigt: Wer etwa eine BahnCard 100 besitzt, erhält ab 60 Minuten Verspätung laut Fahrplan pauschal 10 Euro. Bei Regio-Angeboten wie LänderticketsWochenendticket oder Quer-durchs-Land-Tickets gibt es ab 60 Minuten Verspätung 1,50 Euro für ein Ticket der 2. Klasse zurück, in der 1. Klasse sind es 2,25 Euro.

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Tarifrunde 2018 aktuell

+++ 4. Januar 2019: Tarifeinigung mit GDL steht – weitere Bahnstreiks abgewendet +++ DB und GDL haben in der siebten Verhandlungsrunde eine Einigung erzielt. Damit ist die aktuelle Tarifrunde bei der Deutschen Bahn beendet. Das Gesamtpaket umfasst u.a. Lohnerhöhungen von insgesamt 6,1 Prozent über eine Laufzeit von 29 Monaten, deutliche Verbesserungen bei Arbeitszeiten und höhere Zulagen. Außerdem verabredeten DB und GDL eine Imagekampagne für Bahnberufe. „Das neue Jahr beginnt für die Deutsche Bahn mit einer guten Nachricht für Kunden, Mitarbeiter und Unternehmen. Die Einigung mit der GDL ist insgesamt eine starke Wertschätzung der Leistung unserer Beschäftigten,“ erklärte DB Personalvorstand Martin Seiler. Gleichzeitig gebe die lange Laufzeit unternehmerische Planungssicherheit. „Jetzt heißt es: Volle Kraft auf unser Ziel, für unsere Kunden besser zu werden“, so Seiler weiter.

Die Einigung mit der GDL sieht u.a. vor, die Löhne in zwei Stufen um insgesamt 6,1 Prozent zu erhöhen – zum 1. Juli 2019 um 3,5 Prozent und zum 1. Juli 2020 um weitere 2,6 Prozent. Außerdem erhalten die Beschäftigten im Februar 2019 eine Einmalzahlung in Höhe von 1.000 Euro (460 Euro für Auszubildende und Dual Studierende). Zum 1. Januar 2021 erhalten die Beschäftigten anstelle der zweiten Stufe der Lohnerhöhung weitere Wahlmöglichkeiten (mehr Urlaub oder mehr Freizeit). DB und GDL haben zudem Verbesserungen bei Arbeitszeitregelungen vereinbart, die Mitarbeitern mehr Entlastung bringen: Die Jahresarbeitszeit wird für die Einzelnen transparenter, Pausenregelungen werden optimiert. Die Zulagen für Arbeit in der Nacht, an Sonn- und Feiertagen werden zum Januar 2020 erhöht.

+++ 15. Dezember 2018: Tarifeinigung mit EVG steht +++ Durchbruch in der Tarifrunde der Deutschen Bahn: DB und EVG haben sich auf einen weitreichenden Tarifabschluss verständigt. Mit dem Abschluss steigen die Löhne in zwei Stufen um 3,5 Prozent zum 1. Juli 2019, danach um 2,6 Prozent zum 1. Juli 2020. Außerdem wird von Oktober 2018 bis Juni 2019 eine Einmalzahlung von 1.000 Euro gezahlt. Zum 1. Januar 2021 erhalten die Beschäftigten erneut die Möglichkeit, anstelle der zweiten Stufe mehr Freizeit bzw. Urlaub zu wählen. Die Tarifverträge gelten rückwirkend vom 1. Oktober 2018 bis 28. Februar 2021 und haben damit eine Laufzeit von 29 Monaten. Das Gesamtpaket umfasst außerdem deutliche Verbesserungen für Nachwuchskräfte sowie neue innovative Wahlmöglichkeiten. So können DB-Mitarbeiter künftig wählen, Überstunden in betriebliche Altersvorsorge umzuwandeln. Gleichzeitig haben beide Seiten vereinbart, die Tariflandschaft im DB-Konzern grundlegend zu modernisieren.

+++ 13. Dezember 2018: Einigung vertakt: GDL und EVG verhandeln weiter mit der Bahn +++ Im Tarifkonflikt bei der Deutschen Bahn zeichnet sich keine rasche Lösung ab. Die Deutsche Bahn legte ein neues Angebot an die Gewerkschaften vor und wollte so Bewegung in die schwierigen Verhandlungen bringen. Welche Zugeständnisse es enthält, blieb zunächst offen. Am Mittwoch, 11. Dezember 2018, hatte die GDL die Tarifverhandlungen zunächst für gescheitert erklärt. Eine schnelle Lösung ist also weiterhin nicht in sicht, neue Streiks sind allerdings auch nicht geplant.

+++ 10. Dezember 2018: Nach Streikende: Weiter Auswirkungen auf den Bahnverkehr +++ Nach Ende des Streiks läuft der Bahnverkehr seit 09.00 Uhr nach und nach wieder an. Allerdings muss noch während des gesamten Tages mit Einschränkungen im Fernverkehr gerechnet werden. Auch die Auswirkungen im Regionalverkehr, insbesondere in den stark betroffenen Regionen wie Bayern und Nordrhein-Westfalen können sich noch den ganzen Tag hinziehen. Hintergrund: Wegen der Streikaktivitäten konnten Züge in den Instandhaltungswerken nicht planmäßig gewartet werden, Züge und Personal sind in vielen Fällen nicht an den vorgesehenen Einsatzorten.

Besonders ärgerlich aus Sicht der DB: Durch den Warnstreik ist auch die durchgängige Information der Kunden in den Bahnhöfen nicht immer möglich. Vom Streik betroffen sind auch die Informationssysteme auf bahn.de/aktuell und im DB-Navigator.

Die Deutsche Bahn ist weiterhin jederzeit bereit, die Tarifverhandlungen mit der EVG fortzusetzen und zügig zu Ergebnissen in der Tarifrunde zu kommen. Eine DB-Sprecherin: „Wer verhandelt, muss bereit sein, sich auf den Anderen zuzubewegen. Die DB hat die EVG zur Fortsetzung der Verhandlung am heutigen Nachmittag aufgefordert. Nicht die DB hat den Verhandlungstisch am Samstag verlassen und zu Warnstreiks aufgerufen.“

+++ 10. Dezember 2018: EVG-Warnstreik: Fernverkehr bundesweit eingestellt – Regionalverkehr bundesweit massiv gestört +++ Der Warnstreik der EVG hat dazu geführt, dass der Fernverkehr vorübergehend bundesweit eingestellt wurde. Auch der Regionalverkehr ist durch den Warnstreik in allen Regionen bundesweit massiv betroffen. Die S-Bahnen in München, Frankfurt am Main und Berlin fahren nur noch vereinzelt.

Die DB hat für Spar- und Supersparpreis-Tickets die Zugbindung aufgehoben. Alle Tickets behalten ihre Gültigkeit bis Sonntag, 16. Dezember. Die DB empfiehlt Kunden im Fernverkehr, die flexibel reisen können, auf den morgigen Tag auszuweichen. Die DB erstattet Tickets und Reservierungen kostenlos, wenn streikbedingt die Reise nicht wie geplant möglich ist.

+++ 9. Dezember 2018: EVG künftig bundesweiten Bahnstreik am 10. Dezember an +++ Die von einem Sprecher der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters für Montagfrüh, 5 bis 9 Uhr, angekündigten Warnstreiks werden den Zugverkehr voraussichtlich bundesweit stark beinträchtigen. Mit Störungen ist auch nach dem Ende der Warnstreiks über Stunden zu rechnen. Die Deutsche Bahn setzt alles daran, die Auswirkungen der Warnstreiks auf ihre Kunden so gering wie möglich zu halten. Das DB Personal für die Betreuung der Reisenden in den Bahnhöfen und bei der telefonischen Auskunft wird verstärkt. Die DB schaltet außerdem so schnell wie möglich eine kostenlose Sonderhotline, um Kunden zu informieren.

Die DB bedauert, dass die Reisenden, darunter viele Arbeitnehmer, in der Adventszeit möglicherweise mehr Zeit und Geduld aufbringen müssen, um an ihr Ziel zu kommen. Dieser Arbeitskampf ist überflüssig, denn die Angebote der DB waren attraktiv und haben die Kernforderungen erfüllt. Lösungen findet man nur am Verhandlungstisch. Daher hat die Bahn die EVG heute aufgefordert, unverzüglich die Streiks auszusetzen und weiter zu verhandeln.

+++ 8. Dezember 2018: EVG kündigt aktuell Bahnstreik 2018 an +++ „Warnstreiks werden nun die Folge sein“, sagte Bundesgeschäftsführer Torsten Westphal. Reisende müssten schon zu Beginn der kommenden Woche mit erheblichen Zugausfällen rechnen. „Wir kehren an Verhandlungstisch zurück, wenn die DB AG deutlich macht, ernsthaft mit uns verhandeln zu wollen. Die jetzt angekündigten Warnstreiks werden aber nicht mehr zu verhindern sein, unsere Mitglieder sind hochmotiviert,“, so Torsten Westphal.

„Wir haben mehrfach deutlich gemacht, dass es in der vierten Verhandlungsrunde zu einer Entscheidung kommen muss. Insofern waren wir überrascht, dass sich der Arbeitgeber jetzt vertagen und erst am nächsten Dienstag weiterverhandeln wollte. Das kam für uns nicht in Frage“, so die EVG-Verhandlungsführerin. „Zum 1. März 2019 wollte die DB AG nur 2,5 Prozent statt der von uns geforderten 3,5 Prozent mehr bezahlen, zudem sei die Laufzeit von 24 auf 29 Monate verlängert worden, das ist für uns kein abschlussfähiges Angebot. Die Laufzeit ist zu lang, die Prozente sind daran gemesssen zu niedrig“, stellte Regina Rusch-Ziemba fest.

„Nachdem wir jetzt in Hannover an drei Tagen insgesamt mehr als 40 Stunden ergebnislos verhandelt haben, brechen wir die Verhandlungen ab, denn am Verhandlungstisch ist derzeit offensichtlich kein Abschluss möglich“, fasste die EVG-Verhandlungsführerin zusammen.

+++ 8. Dezember 2018: EVG bricht Tarifverhandlungen ab, Bahnstreik 2018 aktuell möglich +++ Als „völlig überflüssige Eskalation“ hat die Deutsche Bahn den Abbruch der Verhandlungen durch die EVG kritisiert. „Bei diesem Angebot den Verhandlungstisch zu verlassen, ist nicht nachvollziehbar und verunsichert völlig unnötig unsere Kunden mitten in der Weihnachtszeit“, erklärte DB-Personalvorstand Martin Seiler nach einer intensiven fast dreitägigen Runde. Seiler verwies darauf, dass die DB alle EVG-Forderungen inklusive der Kernforderungen erfüllt habe. Der Vorstand forderte die EVG auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren.

Zum DB-Angebot gehörten eine Entgelterhöhung in Höhe von insgesamt 5,1 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung in Höhe von 500 Euro. Anstelle der zweiten Stufe sollte den Mitarbeitern erneut die Möglichkeit eröffnet werden, mehr Freizeit zu wählen. Außerdem war vorgesehen, dass der Arbeitgeberbeitrag zur betrieblichen Altersvorsorge um 1,1 Prozent steigt und die Reisezeit bei Firmenreisen vergütet wird. Auch für Nachwuchskräfte hatten beide Seiten sich bereits auf eine Vielzahl von Verbesserungen verständigt.

+++ 8. Dezember 2018: Tarifverhandlungen mit der GDL einvernehmlich vertagt +++ Die Tarifverhandlungen zwischen Deutscher Bahn (DB) und Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) sind am Samstagmittag einvernehmlich auf nächste Woche vertagt worden. Die DB legte zahlreiche Angebot vor, noch wurde jedoch keine endgültige Einigung erreicht. „Wir sind auf einem guten Weg und kurz vor dem Ziel“, so DB Personalvorstand Martin Seiler nach den fast dreitägigen intensiven Verhandlungen in Hannover.

Er sei zuversichtlich, dass man noch vor dem dritten Advent den Sack zumachen und am Verhandlungstisch einen Abschluss erreichen könne. Seiler: „Einige wenige Punkte sind noch offen, aber die sind lösbar, wenn wir unseren konstruktiven Arbeitsmodus beibehalten.“ Zuvor erzielten die Tarifpartner bei Kernforderungen wichtige Teileinigungen, unter anderem bei den Themen Arbeitszeit und Zulagen. Die Verhandlungen werden am Dienstag, 11. Dezember, in Eisenach fortgesetzt.

+++ 4. Oktober 2018: Teileinigungen mit GDL +++ Mit Teileinigungen bei Kernforderungen der Gewerkschaft ist die vierte Verhandlungsrunde zwischen Deutscher Bahn (DB) und Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) in Berlin in der Nacht zu Ende gegangen.

Im Anschluss an die fünfzehnstündigen intensiven Verhandlungen sagte DB Personalvorstand Martin Seiler: „Nach zähem Ringen konnten wir ordentliche Kompromisse finden. Bei zentralen Themen wie Kurzpausen und Pausen auf dem Zug haben wir uns nun grundsätzlich verständigt. Unter dem Strich sind wir heute ein gutes Stück vorangekommen.“

Insbesondere ging es um Verbesserungen bei Arbeitszeitfragen. Annäherungen gab es außerdem beim Thema Zulagen. Am Ende komme es auf die Bewertung des Gesamtpakets an, so Seiler.

Die nächsten Verhandlungen finden am 6. und 7. Dezember in Hannover statt. Für diese Sitzung hat die DB ein Gesamtangebot angekündigt.

Bahn-Fahrplan bei Bahnstreik 2018 aktuell

Das Wichtigste für Bahn-Reisende ist die Frage: Ist mein Zug pünktlich? Alle aktuellen Zugverbindungen können Sie in der DB Fahrplanauskunft live anschauen

Aktueller Streik-Fahrplan

Hintergrund Tarifrunde 2018

Die Tarifverträge mit den Gewerkschaften Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) und Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) aus der Tarifrunde 2016/17 liefen zum 30.9.2018 aus. Verhandelt wird in erster Linie für rund 154.000 Mitarbeiter in Deutschland. Betroffen sind insbesondere die DB-Gesellschaften der Eisenbahn in Deutschland, d.h. in den Bereichen Infrastruktur, Transport und Dienstleistungen, aber auch Tochter-Gesellschaften wie z.B. DB Systel, DB Services oder DB Sicherheit. In den Tarifbereich der EVG fallen ca. 99.000 Mitarbeiter.

EVG-Forderungen an die DB

  • Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG hat von der Bahn ursprünglich 7,5 Prozent mehr Gehalt gefordert.
  • Die Bahn hat zuletzt 5,1 Prozent in zwei Stufen und eine Einmalzahlung von 500 Euro angeboten.
  • Inzwischen fordert die EVG insgesamt 3,5 Prozent mehr Gehalt zum 1. März 2019 sowie eine Laufzeit des Tarifvertrags von 24 Monaten.
  • Die DB wollte zuletzt 2,5 Prozent mehr Gehalt sowie eine Vertragslaufzeit von 29 Monaten bieten.

GDL-Forderungen an die DB

  • Die GDL fordert eine Entgelterhöhung von 7,5 Prozent.
  • Gleichzeitig müssen die Zulagen für Nacht-, Sonn- und Feiertagsarbeit deutlich erhöht werden.
  • Die Nachtarbeitszulage soll 25, die Sonntagszulage 35 und die Feiertagszulage 50 Prozent des Stundenlohns betragen, was einer Steigerung von rund zwei Prozent entspricht.
  • Die Zulage für Überstunden soll künftig 25 Prozent des individuellen Stundenlohns betragen und muss monatlich statt jährlich gezahlt werden.
  • Darüber hinaus fordert die GDL bessere Arbeitszeitregelungen.

„Diese Tarifrunde steht unter dem Motto ‚Mehrwert durch Wertschätzung‘ und wir verlangen damit auch eine Verbesserung der Unternehmenskultur. Erstmals gehen wir in eine Tarifrunde und fordern feste Besetzungsnormen für die Züge des Fern- und Nahverkehrs. Dabei haben wir bewusst eine zweijährige Laufzeit vorgesehen, damit wir eine planbare, verlässliche Größe zur Grundlage haben. Die Mehrarbeit und die Nacht- und Wochenendschichten der Lokomotivführer und Zugbegleiter müssen besser honoriert werden, denn spezielle Arbeitsbedingungen erfordern auch Tarifnormen für Spezialisten. Daran führt kein Weg vorbei, denn das Zugpersonal arbeitet an 365 Tagen im 24-Stundenrhythmus rund um die Uhr. Es muss Schluss sein mit Kurzpausen, Ruhezeitverkürzung und Pausen auf dem Zug. Die Überbelastung muss reduziert werden. Sie führt im Endeffekt zu noch mehr Ausfall durch erhöhten Krankenstand oder Fahrdienstuntauglichkeit, den die verbleibenden Kollegen dann wieder schultern müssen.“ GDL-Bundesvorsitzender Claus Weselsky

Bessere Planbarkeit von Arbeitszeit und Freizeit

Die individuellen Möglichkeiten, statt Vergütung mehr Urlaub zu wählen, sollen weiter ausgebaut werden. Zukünftig sollen die Arbeitnehmer weit mehr Optionen haben als bisher. Auch die Planung der Arbeitszeit soll weiter verbessert werden. Nachdem die GDL in der Tarifrunde 2016/2017 neue Regelungen zu einer verlässlichen Arbeitszeitplanung vereinbart hat, geht es nun um deren Ausbau.

„Verlässliche Planbarkeit von Arbeitszeit und Freizeit wird immer wichtiger. Auch die Mitarbeiter des Zugpersonals sollen trotz unregelmäßiger Schicht- und Wechselarbeit am sozialen Leben teilnehmen können und mehr Zeit für ihre Familien und ihre persönlichen Interessen haben. Ansonsten müssen wir noch ewig neue Leute suchen“, so der GDL-Bundesvorsitzende. Insgesamt hat die GDL 38 Forderungen gestellt.

Rückblick: Bahnstreik 2014/2015

Die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) hat den bisher längsten Bahnstreik vom 4. bis 10. Mai 2015 ausgefochten. Im Personenverkehr wurde 127 Stunden gestreikt, im Güterverkehr waren es sogar 138 Stunden. Bereits im Jahr 2014 kam es zu Streiks.

  • 1. September 2014 (1. Warnstreik): 3 Stunden Streik im Personenverkehr
  • 6. September 2014 (2. Warnstreik): 3 Stunden Streik im Personenverkehr
  • 7./8. Oktober 2014 (1. Streik): 9 Stunden Streik im Personenverkehr
  • 15./16. Oktober 2014 (2. Streik): 14 Stunden Streik im Personenverkehr
  • 17.-20. Oktober (3. Streik): 50 Stunden Streik im Personenverkehr
  • 6.-8. November 2014 (4. Streik): 64 Stunden Streik im Personenverkehr
  • 21.-23. April 2015 (5. Streik): 43 Stunden Streik im Personenverkehr
  • 4.-10. Mai 2015 (6. Streik): 127 Stunden Streik im Personenverkehr

Zentrale Ergebnisse der Verhandlungen waren Einkommenserhöhungen und eine Verkürzung der Arbeitszeit. Die Entgelte stiegen bereits zum 1. Juli 2016 um 3,5 Prozent und am 1. Mai 2017 um weitere 1,6 Prozent. Hinzu kam eine Einmalzahlung von 350 Euro. 2018 sank laut GDL-Chef Claus Weselsky die wöchentliche Arbeitszeit des Zugpersonals um eine Stunde auf 38 Stunden. Zudem gab es Regelungen zur Altersteilzeit und zu Überstunden sowie Neueinstellungen.


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