Der 50-Stunden-Streik der Eisenbahngewerkschaft EVG ist abgewendet. Der dritte Warnstreik in diesem Jahr sollte von Sonntagabend, 14. Mai 2023, 22 Uhr bis Dienstagabend, 16. Mai 2023, um 24 Uhr dauern. Doch auch wenn der Streik abgewendet wurde, werden die Auswirkungen noch bis Dienstag spürbar sein. Alle Informationen zu Kulanzregelungen und Fahrgastrechten gibt’s hier.

Deutsche Bahn - Bahnstreik

Der 50-Stunden-Streik wäre der längste Bahnstreik seit Jahren gewesen. Am Montag werden rund zwei Drittel der geplanten Züge verkehren. Reisende sollten sich vorab informieren, welche Linien besonders betroffen sein werden und welche Züge noch verkehren:

Bahn-Streik 2023: Fährt mein Zug noch?

Alle aktuellen Infos und Hintergründe zum Bahnstreik 2023 sowie Fahrgastrechte, Ersatz-Fahrplan und Kulanzregelungen der DB hier im Überblick:

50-Stunden-Bahnstreik abgewendet: Normalbetrieb erst am Dienstag

Nach der Absage des Warnstreiks durch die EVG gestern Nachmittag arbeitet die DB ununterbrochen an der Rückkehr zum Normalangebot. Erstmals musste der Bahnbetrieb innerhalb von 24 Stunden von Runterfahren auf Hochfahren umorganisiert werden. Dazu werden seit gestern bundesweit rund 50.000 Zugfahrten allein im Fern- und Nahverkehr sowie die dazugehörigen Schicht- und Einsatzpläne wieder neu geplant. Fahrzeuge müssen neu disponiert und teilweise an neue Abfahrtsorte verbracht werden. Nachdem die DB aufgrund der Ankündigung des 50-Stunden-Warnstreiks zunächst tausende Kollegen aus den Schichtplänen genommen hat, müssen ihre Einsätze jetzt kurzfristig wieder neu organisiert werden. Diese für die DB einmalige und neue Situation gelingt deutlich besser als zunächst angenommen. Dennoch lassen sich Einschränkungen für die Reisenden leider nicht vermeiden.

Im Fernverkehr will die DB zum Wochenstart den Bahnverkehr schnell wieder hochfahren. Am Sonntagabend kann es zu einzelnen Zugausfällen kommen. Am Montag werden rund zwei Drittel der geplanten Züge verkehren. Ab Dienstag werden alle ICE- und IC-Züge wieder wie geplant unterwegs sein. Wir bitten unsere Fahrgäste, sich rechtzeitig vor Fahrtantritt über ihre Zugverbindung auf www.bahn.de und im DB Navigator zu informieren. Für Fahrten zwischen Sonntag 14.5. und Dienstag 16.5. heben wir die Zugbindung auf und ermöglichen in diesem Zeitraum die flexible Nutzung der Tickets. Alternativ können bis 11.5 gebuchte Fahrkarten des Fernverkehrs für die Reisetage 14.5. bis 16.5 kostenfrei erstattet werden.

Auch im Regionalverkehr der DB wird es regional Einschränkungen und Zugausfälle geben. Die digitalen Auskunftsmedien der DB werden derzeit fortlaufend aktualisiert. Unter 08000 99 66 33 ist die kostenlose Infohotline für unsere Kunden weiterhin erreichbar.

Die Himmelfahrtswoche zählt in jedem Jahr zu einer der reisestärksten Wochen des Jahres. Wir empfehlen weiterhin dringend, am Mittwoch oder Donnerstag nur Zugfahrten anzutreten, für die noch Sitzplatzreservierungen verfügbar sind.

50-Stunden Bahnstreik angekündigt

Im Tarifstreit mit den Arbeitgebern will die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) den Zugverkehr deutschlandweit ab Sonntagabend für 50 Stunden lahmlegen. Der dritte Warnstreik in diesem Jahr soll Sonntagabend, 14. Mai 2023, 22 Uhr bis Dienstagabend, 16. Mai 2023 um Mitternacht dauern. Der Fernverkehr der DB wird deshalb ab Sonntagabend, 22 Uhr, sowie am Montag und Dienstag komplett eingestellt. Auch bei DB Regio wird während des Streiks größtenteils kein Zug fahren. Die DB bittet die Fahrgäste, wenn möglich ihre für den Streikzeitraum geplanten Fahrten im Fern- und Nahverkehr bis zum frühen Sonntagabend vorzuziehen. Für Fahrten im Fernverkehr wird eine Sitzplatzreservierung empfohlen.

Es muss außerdem mit erheblichen Auswirkungen auf den gesamteuropäischen Güterverkehr gerechnet werden. Sechs von zehn europäischen Frachtkorridoren führen über das deutsche Schienennetz. Die DB Cargo wird im Schienengüterverkehr mit ihren Kunden aus Industrie und Wirtschaft jeweils angepasste Transportlösungen finden. Versorgungsrelevante Züge werden dabei priorisiert – es ist aber von Störungen in Lieferketten und einem erheblichen Rückstau im europäischen Güterverkehrsnetz auszugehen.

Zwischendurch gab es noch die Chance auf eine Absage des Bahnstreiks. Doch am Freitagmittag war das von der EVG gestellte Ultimatum abgelaufen. Im Tarifstreit mit der Deutschen Bahn hatte die Gewerkschaft bis 12 Uhr ein neues Angebot der Arbeitgeberseite gefordert. Nach eigenen Angaben hatte die Deutsche Bahn Bereitschaft zum Entgegenkommen signalisiert. Die DB hat der EVG zugesagt, der von ihr am 07. Februar 2023 erhobenen Forderung nachzukommen: Abbildung des gesetzlichen Mindestlohns (zuzüglich Entgelterhöhung).

Bahnstreik 2023: Sonderkulanz oder Ticket stornieren

Der EVG-Streik wird die Reise- und Urlaubsplanung von Millionen Fahrgästen in einer der reisestärksten Wochen des Jahres massiv beeinträchtigen. Die Deutsche Bahn bietet für die betroffenen Reisenden Kulanzregelungen: Alle Fahrgäste, die ihre für den 14. bis 16. Mai geplante Reise aufgrund des Streiks der EVG verschieben möchten, können ihr bis einschließlich 11. Mai gebuchtes Ticket für den Fernverkehr ab sofort bis einschließlich Sonntagabend flexibel nutzen. Der 50-stündige Warnstreik endet direkt vor einem der reisestärksten Tage im Jahr, das verlängerte Wochenende über Christi Himmelfahrt. Deshalb ist diesmal eine flexible Nutzung der Tickets nach Streikende leider nicht möglich. Weitere Informationen dazu unter www.bahn.de/sonderkulanz.

Wer seine Fahrkarte deshalb kostenlos stornieren möchte, kann dies im Rahmen der Fahrgastrechte tun. Auch Sitzplatzreservierungen können kostenfrei storniert werden. Jetzt Bahnticket wegen Streiks stornieren:

Jetzt DB-Ticket stornieren

Fahrgastrechte beim Bahnstreik 2023

Die allgemeinen Bahn-Fahrgastrechte gelten auch bei einem DB Streik – und lauten wie folgt:

  • Ab 20 Minuten Verspätung kann ein anderer Zug als der gebuchte genutzt werden, die Zugbindung ist aufgehoben. Reisende können in diesem Fall in der Bahnauskunft schauen, welches die nächste erreichbare Zugverbindung in Richtung des Ziels ist und in jeden Zug einsteigen. Dies gilt vor allem für den Flexpreis Bahn oder DB Tickets aus dem DB Sparpreisfinder, also den Sparpreis und den Super Sparpreis. Wer ein reines Nahverkehrsticket hat, kann in diesem Fall auch ICE und IC gegen Zahlung der Differenz nutzen.
  • Ab 60 Minuten Verspätung laut Fahrplan erhalten Fahrgäste eine Entschädigung von 25 Prozent des Fahrpreises
  • Ab 120 Minuten Verspätung beträgt die Erstattung 50 Prozent.

Weitere Sonderfälle:

  • Bei Fahrkarten für Hin- und Rückfahrt, die auf einer Fahrkarte abgebildet sind, wird die Entschädigung ab 60 Minuten bzw. ab 120 Minuten Verspätung auf der Grundlage des halben entrichteten Fahrpreises berechnet.
  • Zeitkarten werden pauschal je Verspätung ab 60 Minuten entschädigt: Wer etwa eine BahnCard 100 besitzt, erhält ab 60 Minuten Verspätung laut Fahrplan pauschal 10 Euro. Bei Regio-Angeboten wie Ländertickets, oder Quer-durchs-Land-Tickets gibt es ab 60 Minuten Verspätung 1,50 Euro für ein Ticket der 2. Klasse zurück, in der 1. Klasse sind es 2,25 Euro.

Bahn-Streik 2023: Fährt mein Zug noch?

Die DB wird über die Auswirkungen des EVG-Streiks auf bahn.de und in der App DB Navigator informieren. Dort sollten sich Reisende auch vor Fahrtantritt informieren. Fährt mein Zug noch? Jetzt aktuellen Bahn-Fahrplan prüfen:

Darüber hinaus hat die DB eine kostenlose Streikhotline unter 08000 99 66 33 eingerichtet, die ab Donnerstag, 16 Uhr, freigeschaltet wird. Aktuelle Verkehrsmeldungen der Deutschen Bahn zu den Auswirkungen des Bahnstreiks gibt’s zudem hier:

Bahn-Streik 2023: Fährt mein Zug noch?

Bahnstreik 2023: Darum geht’s zwischen EVG und DB

Zum längsten Warnstreik der DB-Geschichte, den die EVG angekündigt hat, sagt Personalvorstand Martin Seiler: „Dieser irrsinnige Streik ist völlig grundlos und restlos überzogen. Denn eine Lösung ist möglich. Statt Kompromisse zu suchen, will die EVG unglaubliche 50 Stunden das Land lahmlegen. Das ist quasi ein Vollstreik ohne Urabstimmung. Millionen Reisende kommen nicht dahin, wo sie hinwollen, zur Schule, zur Arbeit, zu ihren Lieben.“

Erst am 9. Mai war die DB nochmal einen Schritt auf die EVG zugegangen und hat die zentrale Forderung der Gewerkschaft zum Mindestlohn erfüllt. Mitnichten hat die DB, wie die EVG behauptet, hier einen Deckel von 13 Euro vorgeschlagen; allein das vorliegende Angebot beläuft sich auf 13,20 Euro. Aber trotz erneuten Zugeständnissen will die EVG streiken. Auf dem Tisch liegen außerdem bereits 10 Prozent Lohnerhöhung sowie die volle Inflationsausgleichsprämie.

Seiler: „Wir haben die Türen sperrangelweit aufgemacht, aber die EVG bleibt vor der Türe stehen. Sie will partout nicht verhandeln und stattdessen ein Tarifdiktat durchsetzen. Jeder weiß doch, dass es bei Verhandlungen um Kompromisse geht. Es geht der Führung der EVG anscheinend nicht um ein angemessenes und verantwortungsvolles Ergebnis für die Mitarbeitenden, sondern um den Machtkampf der Gewerkschaften.“ Die DB fordert die EVG auf, umgehend zu verhandeln. Die DB ist dazu zu jeder Zeit und an jedem Ort bereit.

Die DB geht erneut von massiven Auswirkungen des dritten EVG-Streiks auf den gesamten deutschen Bahnbetrieb aus. Die DB wird so schnell und umfassend wie möglich informieren. Klar ist bereits jetzt, dass für die betroffenen Fahrgäste umfangreiche Kulanzregelungen vorgesehen sind. Es muss außerdem mit erheblichen Auswirkungen auf den gesamteuropäischen Güterverkehr gerechnet werden. Sechs von zehn europäischen Frachtkorridoren führen über das deutsche Schienennetz.

Die Eckpunkte des DB-Angebots:

  • 2.850 Euro Inflationsausgleich: 1.250 Euro im Juni 2023, dann monatlich 200 Euro von Juli 2023 bis Februar 2024
  • 10 % lineare Lohnerhöhung für untere und mittlere Einkommen in zwei Schritten: 5 % mehr ab März 2024, nochmal 5 % mehr ab August 2024
  • 8 % lineare Lohnerhöhung für obere Einkommen in zwei Schritten: 4 % mehr ab März 2024, nochmal 4 % mehr ab August 2024
  • 27 Monate Laufzeit

Die EVG und ihre Mitglieder reagieren mit dem Bahnstreik auf die Verweigerungshaltung der Arbeitgeber. Die erste Runde der Tarifverhandlungen, die die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft derzeit mit rund 50 Unternehmen in der Eisenbahn- und Verkehrsbranche führt, ist ohne nennenswerte Ergebnisse zu Ende gegangen. Von keinem Unternehmen wurde bislang ein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, das sich ernsthaft an den zentralen Forderungen – insbesondere nach einer sozialen Komponente von 650 Euro mehr pro Monat orientiert. Stattdessen werden Gegenforderungen aufgemacht. So sollen die Kolleginnen und Kollegen beispielsweise auf Mehrurlaub aus dem EVG-Wahlmodell verzichten, um so die Produktivität zu erhöhen.

Statt – wie gefordert – gleich zu Beginn verhandlungsfähige Angebote vorzulegen, wurden immer wieder Gegenforderungen aufgemacht, die zu weiteren Belastungen der Beschäftigten führen würden. So wurde unter anderem gefordert, auf soziale Errungenschaften wie Mehrurlaub zu verzichten, um die Produktivität zu erhöhen. Unsere Kolleginnen und Kollegen, die während der Pandemie auf angemessene Lohnsteigerungen solidarisch verzichtet haben, haben für ein solches, ihre Leistungen geringschätzendes Verhalten kein Verständnis. Sie erwarten Angebote, die mit deutlichen Lohnsteigerungen verbunden sind.

Bahnstreik 2023: Rückblick auf die bisherigen Streiktage

Bahnstreik 2023, Teil 2 – Streik am 21. April 2023: Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat für Freitagvormittag, 21. April, einen flächendeckenden Warnstreik angekündigt. Dieser wird sich auf den gesamten deutschen Bahnbetrieb auswirken. Im Regional- und S-Bahnverkehr der DB sollen nach Ende des Ausstands zeitnah wieder so viele Verbindungen wie möglich nach dem regulären Fahrplan angeboten werden. Hier kann es im Laufe des Nachmittags noch zu Beeinträchtigungen kommen. Der Fernverkehr der DB wird ab 13 Uhr schrittweise wieder aufgenommen. Dennoch ist am Freitag bis in die frühen Abendstunden mit bundesweiten Auswirkungen des Streiks auf die ICE- und IC-Züge zu rechnen. Die Deutsche Bahn bittet die Fahrgäste, wenn möglich ihre für den 21. April geplanten Fahrten im Fern- und Nahverkehr vorzuziehen oder die Reise später anzutreten.

Bahnstreik 2023, Teil 1 – Streik am 27. März 2023: Der Fernverkehr wird am 27.03. wegen eines Streiks der Gewerkschaft EVG eingestellt. Der Nahverkehr wird bundesweit massiv beeinträchtigt sein. Wenn möglich, verschieben Sie bitte geplante Reisen. Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hat für Montag, 27. März einen ganztägigen und flächendeckenden Warnstreik angekündigt. Dieser wird sich auf den gesamten deutschen Bahnbetrieb auswirken, da Mitarbeitende aus allen Bereichen der DB und anderer Bahnunternehmen zum Ausstand aufgerufen sind. Der Fernverkehr der DB wird deshalb komplett eingestellt. Auch bei DB Regio wird während des Streiks größtenteils kein Zug fahren.

Bereits am Sonntagabend sind laut Aussagen der Gewerkschaft erste Auswirkungen durch streikende Mitarbeitende möglich. Auch am Dienstag werden noch zahlreiche Züge durch Nachwirkungen des Streiks bedingt ausfallen. Die DB bittet die Fahrgäste, wenn möglich ihre für den 27. März geplanten Fahrten im Fern- und Nahverkehr vorzuziehen oder die Reise später anzutreten.


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