Ist mein Zug pünktlich? Das ist die wohl meistgestellte Frage von Bahnreisenden, wenn sie mit der Deutschen Bahn unterwegs sind. Wie Sie herausfinden, ob Ihr Zug pünktlich ist, welche Fahrgastrechte Sie bei Verspätung haben und alle Informationen zur (Un-)Pünktlichkeit der Züge finden Sie in diesem Beitrag.

Deutsche Bahn Fahrplanauskunft - DB-Fahrplan

Ob die avisierte Zugverbindung aus der DB Fahrplanauskunft für den Bahn-Reisenden tatsächlich gewährleistet wird, darüber gibt die Deutsche Bahn in ihrer Pünktlichkeitsstatistik Auskunft. Echtzeit-Verspätungen und einen Live-Fahrplan können Sie direkt in der DB Fahrplanauskunft abfragen:

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Ist mein Zug pünktlich? So finden Sie es heraus!

Neben Online-Informationen auf Websites gibt es ebenfalls Apps sowie klaissiche Anzeigen, mit denen die Bahn über Verspätungen informiert.

  • Die DB Fahrplanauskunft bietet minutengenaue Echtzeit-Informationen sowohl zu Fernzügen wie ICE, ICE und EC als auch die aktuelle Verspätung im Regioverkehr von RE, RB oder IRE. Ebenfalls sind die Live-Daten von S-Bahnen, Bus-Verbindungen, U-Bahnen in deutschen Städten abrufbar.
  • Die DB Pünktlichkeitsstatistik listet online Monat für Monat Informationen über aktuelle Verspätungen im Fern- und Nahverkehr der Deutschen Bahn auf und gibt weiterführende Informationen, wie pünktlich oder unpünktlich die Züge waren.
  • Auf der Webseite zugfinder.de gibt es aktuelle Verspätungsdaten der Deutschen Bahn; hierbei sind einzelne Züge, Bahnhöfe oder Regionen wählbar. Ebenfalls werden, jeweils vom Vortag, die fünf Züge mit der größten Verspätung aufgelistet.
  • Um die Frage, ob mein Zug pünktlich ist, bei Bauarbeiten und wetterbedingten Beeinträchtigungen zu beantworten, bietet die Bahn online  separate Informationen mit aktuellen Fahrplanänderungen an.
  • Auch die klassische Anzeigetafel am Bahnhof bietet aktuelle Reise-Informationen darüber, ob mein Zug pünktlich ist. Zudem werden hier aktuelle Änderungen etwa von Wagenreihung oder Bahnsteigen mit ausgewiesen.
  • Mit der App Zugradar lassen sich online Echtzeit-Informationen über aktuelle Züge und deren Verspätung sowie eine Übersicht über Verspätungen gewählter Bahnhöfe anzeigen. Der Zugradar ist auch als App fürs Handy erhältlich – und zwar sowohl App fürs Android-Handy genauso wie als App für das iOS-Handy von Apple.
  • Weiterhin bietet die DB die Möglichkeit, sich eine Push-Nachricht aufs Handy schicken zu lassen, wenn die gewählte Zugverbindung verspätet ist. Wer die App DB Navigator nutzt, kann die Benachrichtungsfunktion bei einer Verspätung direkt in der App wählen. Auch über die Website lässt sich die Benachrichtung bei einer Verspätung für eine gewählte Zugverbindung aktivieren.

Wann ist ein Zug pünktlich?

Die Deutsche Bahn beruft sich für die Berechnung der Pünktlichkeit auf historische Erhebungsmethoden. International gelten fünf Minuten als Richtlinie für Pünktlichkeit laut Fahrplan, doch stammt diese Definition noch aus der Zeit der Bahnhofsuhren ohne Sekundenzeiger, Damals endete die fünfte Minute erst, wenn der Zeiger auf die sechste Minute nach Ankunft des Zuges sprang.  Die ergänzende 15-Minuten-Pünktlichkeit beruft sich auf dasselbe Prinzip – auch hier wird der Zug erst bei einer verspäteten Ankunft von 15:59 Minuten nach dem DB Fahrplan nicht mehr als pünktlich gezählt. Für die von der Deutschen Bahn betriebenen S-Bahnen in Berlin und Hamburg gelten zwei Pünktlichkeitsgrenzwerte – einmal bis 3:59-Minuten und einmal von 4 Minuten bis 5:59 Minuten Ankunft nach dem Fahrplan.

DB Pünktlichkeitsstatistik

33.000 Personenzüge sind täglich auf den Schienen in Deutschland unterwegs, davon werden 25.000 Züge – oder 80 Prozent – von der Deutschen Bahn betrieben. Diese Menge an täglichen Zugverbindungen führt häufiger zu Verspätungen. Die Pünktlichkeitsstatistik bildet die mehr als 800.000 Fahrten von Personenzügen eines Monats ab. Dabei fließt die Bahn-Pünktlichkeit jedes Verkehrshalts der rund 20.000 monatlichen Fahrten im Fernverkehr und der rund 780.000 monatlichen Fahrten im Nahverkehr mit ein – inklusive aller S-Bahnen in Berlin und Hamburg.

JahrPünktlichkeit FernverkehrPünktlichkeit Nahverkehr
201778,5%94,4 %
201678,9%94,8 %
201574,4 %94,2 %

Zug-Pünktlichkeit im DB Fernverkehr

Lange Distanzen, viel Verkehr, Halte mit Ein- und Ausstiegen sowie Zugkreuzungen sorgen dafür, dass jeder fünfte ICE, IC oder EC der Deutschen Bahn mehr als 6 Minuten verspätet ist. Teilweise ist sogar jeder vierte Fernzug unpünktlich und kommt mit mehr als 6 Minuten an.  Im Jahr 2015 lag die 5:59 Minuten Pünktlichkeit bei 74,4 Prozent; im Jahr 2016 lag sie bei 78,9 Prozent. Im Jahr 2017 lag sie bei 78,5 Prozent und damit – bedingt durch die Sperrung der Rheintalstrecke und mehrerer Stürme – schlechter als im Vorjahr. Innerhalb von 16 Minuten nach dem Fahrplan kommen mehr als 90 Prozent der Fernzüge ins Ziel. Je nach Monat kann dieser Wert bis auf 95 Prozent ansteigen.



Für die Pünktlichkeitsstatistik wird jeder Halt, der für einen Zug in der Fahrplanauskunft bzw. im DB Navigator angegeben ist, mit eingerechnet. Wenn ein ICE von Berlin nach Hamburg bei seinem einzigen Zwischenhalt in Ludwigslust mehr als 6 Minuten Verspätung hat, diese bis Hamburg wieder aufholt, erreicht trotzdem nur eine Pünktlichkeit von 50 Prozent.

Zug-Pünktlichkeit im DB Regioverkehr und bei der S-Bahn

Im Regionalverkehr gibt es im Regelfall einen kürzeren Zuglauf, weniger Zugkreuzungen, weniger Verkehr auf den befahrenen Strecken und somit eine deutlich bessere Pünktlichkeitsstatistik als im Fernverkehr. Im Regionalverkehr sind rund 95 Prozent der Züge pünktlich; kommen also innerhalb von 6 Minuten nach der in der DB Fahrplanauskunft notierten Ankunftszeit im Zielbahnhof an. Die Pünktlichkeit plus maximnal 15 Minuten und 59 Sekunden liegt bei 99% für DB Regio.

Aus diesen vier Gründen ist die Bahn nicht pünktlich

Es gibt es vier Hauptgründe für eine Verspätung von Zügen. Das sind:

  1. Züge & Personal: Die Deutsche Bahn selbst ist für ein Drittel der auftretenden Abweichungen vom Fahrplan verantwortlich. Bei technischen Störungen am Zug oder einem Problem bei der Bereitstellung von Zügen oder unpünktlichem Personal kommt es zu Verspätungen. Zudem kann es bei erhöhtem Fahrgastaufkommen passieren, dass mehr Haltezeit am Bahnsteig für das Ein- und Aussteigen benötigt wird, als im Fahrplan angegeben wird. Dann läuft der Zug Gefahr, nicht mehr pünktlich zu sein.
  2. Infrastruktur: In den Bereich der Infrastruktur fallen etwa Störungen an der Leit- und Sicherungstechnik wie etwa Signale und Schranken. Ebenfalls gehören marode Brücken, Schäden am Gleis zu Langsamfahrstellen für Züge, die erst nach einiger Zeit repariert werden können. Zudem gehören Bauarbeiten im Schienennetz zu einem wichtigen Grund für Bahn-Verspätungen, weil Züge dann entweder langsam fahren oder Umleitungen nehmen müssen.
  3. Äußere Einwirkungen: Unter äußere Einwirkungen fallen etwa mutwillige Eingriffen in den Bahnverkehr, etwa durch Kabeldiebstähle. Auch Personen im Gleis und Selbstmorde sind ein häufiger Grund dafür, dass die Bahn nicht pünktlich ist. Hier addieren sich schnell Verspätungen, da Strecken gesperrt sind; Züge warten oder Umleitungen fahren müssen. Zudem gehören extreme Witterungsverhältnisse zu den äußeren Einwirkungen. Dazu gehören Schnee und Glätte im Winter sowie Unwetter und wie Sturm und Überschwemmungen zu anderen Jahreszeiten.
  4. Wochentag & Uhrzeit: Vor allem an Wochentagen mit einem hohen Fahrgastaufkommen ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass ein Zug nicht pünktlich ist. Das betrifft vor allem den Freitag und den Montag. Zudem kommt die Tageszeit verschärfend hinzu: Je später am Tag Sie mit der Bahn unterwegs sind, desto wahrscheinlicher ist es, dass Ihre Zugverbindung verspätet ist, weil Züge über den Tag hinweg Verspätungen ansammeln, die sie nur schwer wieder kompensieren können.

Video: Bahn-Pünktlichkeit im Check

In dieser 45-minütigen Video-Dokumentation nimmt das ZDF die Deutsche Bahn auseinander: Wie pünktlich sind die Züge? Wie gestaltet sich das Reisen? Welche DB Tickets sind verfügbar? Und: Wie schlägt sich die Bahn im Vergleich mit Bus, Flugzeug und Auto? In diesem Video erfahren Sie alles rund um die Deutsche Bahn:

Entschädigungen bei Bahn-Verspätungen

Folgende Regelungen gelten, wenn ein Zug nicht pünktlich ist.

  • Bei Fahrkarten zum Flex- und Sparpreis erhalten Fahrgäste ab 60 Minuten Verspätung laut Fahrplan eine Entschädigung von 25 Prozent des Fahrpreises, ab 120 Minuten Verspätung beträgt die Erstattung 50 Prozent.
  • Für Fahrkarten aus dem DB Sparpreisfinder gilt zudem, dass die Zugbindung ab einer Verspätung von 20 Minuten aufgehoben ist. Reisende können dann denn die nächstmögliche Verbindung in Richtung ihres Reise-Ziels nehmen.
  • Auch bei günstigen Bahntickets wie einem Länderticket, einem Wochenendticket oder einem Quer-durchs-Land-Ticket wird ein Pauschalbetrag gezahlt. Dieser Betrag beträgt pauschal 1,50 EUR für ein Ticket der 2. Klasse und 2,25 EUR für ein Zeitticket der 1. Klasse.
  • Ist Ihr Zug laut Bahnauskunft nicht pünktlich und Sie erreichenden Anschlusszug mit einer gebuchten Bahn Sitzplatzreservierung nicht, wird diese erstattet.
  • Erreichen Sie Ihr Reise-Ziel nicht mehr am gleichen Tag, sind Sie berechtigt, nach der Konsultation eines Bahn-Mitarbeiters Taxi- und Übernachtungskosten in Anspruch zu nehmen. Ein Taxi wird in Höhe bis zu 80 Euro erstattet; Übernachtungskosten „in angemessener Höhe“.

Mehr Infos: Bahn Verspätung und Fahrgastrechte


Kritik an der DB Pünktlichkeit

Die 5-Minuten-Pünktlichkeitsgrenze ist historisch gewachsen. Dass sich die Deutsche Bahn eine Zusatzminute „gönnt“, weil sie ebenso historisch auf die damals fehlenden Sekundenzeiger hinweist, ist allerdings nicht unbedingt verständlich, wo doch ein Großteil der Bahnsteige inzwischen mit Uhren oder Digitalanzeigen ausgestattet wurde, die die Sekunden anzeigen. So lässt die Statistik außer Acht, wie viele Reisende Ihren Anschluss nicht erreichen. Schließlich sind 6 Minuten – nach denen ein Zug ja noch pünktlich wäre – viel Zeit, die beim Umsteigen fehlen. Die SBB in der Schweiz etwa führen solche Statistiken.

Ein weiterer Grund ist der hohe Wettbewerbsdruck der Deutschen Bahn, die mit Fernbus und Inlandsflügen um Fahrgäste konkurrieren muss. Hier versucht die Deutsche Bahn, möglichst attraktive Fahrzeiten darzustellen – auch wenn diese „auf Kante“ genäht sind. Besser wäre es, häufiger Puffer-Minuten im Fahrplan einzubauen. Schließlich gibt es bei anderen Eisenbahnen auf dieser Welt nicht nur eine Verspätung, sondern auch eine Verfrühung, wenn die Bahn eher ankommt, als laut Fahrplanauskunft für diese Zugverbindung vorgesehen.

Neben einem Stau bei Infrastrukturmaßnahmen – etwa Brücken oder Gleise, die saniert werden müssen – gibt es ein weiteres Problem: Die Knoten rund um den Bahnhof Frankfurt, den Bahnhof Köln, Hamburg oder den Bahnhof in Mannheim sind voll. Auf wenigen Gleisen passieren viele Züge diese Knoten. Ist ein Zug nicht pünktlich, hat dies entsprechend schnell Auswirkungen auf andere Züge, die dann ebenfalls nicht mehr pünktlich sein können, etwa weil Gleise belegt sind und Fahrabschnitte nicht freigegeben sind..

Bei der intelligenten Steuerung von Zügen ist die Bahn sicher durch die Digitalisierung in den vergangenen Jahren vorangekommen und generiert immer mehr Informationen. Trotzdem sind trotzdem rappelvolle Züge zu den Stoßzeiten, die für zusätzliche Verspätungen sorgen, noch immer an der Tagesordnung, ohne dass hier entsprechend zusätzliche Waggons eingesetzt werden. Auch hier hat die DB noch Potenzial.


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