Urlaub im Harz: Die Urlaubsorte der Brockenbahn

Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahne (HSB) am Brockengipfel

Wer in den Harz kommt, um mit der Brockenbahn, zu fahren, hat ein großartiges Eisenbahn-Erlebnis vor sich. Wer eine Unterkunft im Harz angemietet hat, bekommt eine Vielzahl von möglichen Ausflügen geboten – mit der Harzer Schmalspurbahn nach Wernigerode, Schierke, auf den Brocken. Zudem wartet der Harz mit dem Hexentanzplatz und der Roßtrappe auf – alte Legenden, die ein aufrührerisches Bild der Sachsen zeichnen. In diesem Beitrag geht es um einen Urlaub entlang der Brockenbahn: Neben einem ausführlichen Streckenporträt gibt es Urlaubs-Tipps sowie Infos zu Orten, Veranstaltungen und Veranstaltungen im Harz.



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Streckenverlauf der Brockenbahn

Am Bahnhof Wernigerode wartet bereits der Personenzug der Harzer Schmalspurbahnen mit Dampflok auf die Fahrt zum Brocken. Am Wasserkran wird gerade eine weitere Lok betankt, daneben der im Jahr 1990 erbaute dreiständige Lokschuppen. Er ist keine Augenweide, dafür aber bieten die Dampfloks wunderbare Anblicke.



Die „bunte Stadt am Harz“, wie sich Wernigerode für Touristen selbst betitelt, ist ein wunderschönes Städtchen: alt, verwinkelt, mit vielen Fachwerkhäusern. Die Schmalspurbahn umfährt zunächst in weitem Bogen das historische Zentrum der Stadt und erreicht kurz danach den Bahnhof Wernigerode Westerntor. Das 1936 eingeweihte, teils holzverschalte Empfangsgebäude ist eine Pracht. Der Bahnhof ist das eigentliche Herzstück der Harzer Schmalspurbahnen – hier befindet sich die Hauptwerkstatt und die HSB-Betriebsleitung. Danach dampft der Zug ganz Straßenbahn-like bimmelnd und schnaufend an den Häusern der Fachwerkstatt vorbei, besonders eng wird es in der Wernigeroden Kirchstraße, wo sich auch ein weiterer Haltepunkt der Schmalspurbahn befindet. Danach wird es etwa geräumiger, und nach dem Bahnhof Wernigerode-Hasserode beginnt langsam die Fahrt hinein ins Harz-Gebirge, die mit dem schnaufenden Aufstieg bis zum Brocken endet. So wird mächtig Feuer im Kessel der Dampflok gemacht, steiler Anstieg, enge Kurvenradien erwarten die Gäste der Brockenbahn. Besonders nach dem Haltepunkt Steinerne Renne bis hinauf nach Drei Annen Hohne müssen 231 Höhenmeter auf 8,2 Kilometern Strecke überwunden werden. Hier geht’s durch das Drängetal – urwüchsig, dicht bewaldet, wunderschön. Sogar einen Tunnel liegt auf dem Weg – der Thumkuhlenkopf-Tunnel, übrigens der einzige Tunnel einer Schmalspurbahn in den neuen Bundesländern.

Am Bahnhof Drei Annen Hohne ist erstmal einige Minuten Aufenthalt. Hier hat unsere Dampflok Zeit, erneut Wasser zu nehmen. Von Drei Annen Hohne aus führen wunderschöne Wanderwege in den Nationalpark Harz.

Wer will, kann auch von Drei Annen Hohne aus den „Blocksberg“ besteigen – oder aber per Schmalspurbahn weiterfahren. Denn in Drei Annen Hohne zweigt nun die Brockenbahn ab, die Harzquerbahn verläuft hier weiter über Elend und Sorge, schlimme Ortsnamen – und Orte, in denen man zu DDR-Zeiten nur mit Sondergenehmigung aus den Zügen steigen durfte. Auch die Brockenbahn dampfte in der sozialistischen Epoche nur bis Schierke, allerdings durfte nur mit, wer einen Passierschein hatte. Das Gebiet wurde als Grenzgebiet deklariert – und damit als touristenfreie Zone.

Bevor wir uns auf 543 Metern über N.N. nun auf die Fahrt bis zum Brocken vorbereiten, nimmt unsere Dampflok nochmal ordentlich Wasser für den Anstieg. Dichter Harzwald und enge Radien lassen die Fahrt zum Vergnügen werden. Auf 687 Metern liegt der Bahnhof Schierke. Der Luft- und Wintersport-Kurort gilt auch „St. Moritz des Nordens“, hat nur 70 Einwohner, aber dafür viel Touristen, die in den Ferienwohnungen, Pernionen und Hotels in Schierke übernachten. Ortsansässig ist der  „Schierker Feuerstein“ – für Fahrgäste, die im Winter auf den Brocken reisen, eine nette Erwärmung.

Danach beginnt der halbstündige, kraftraubende Aufstieg per HSB-Dampflok hinauf zum Bahnhof Brocken: Es geht es durch das Eckerloch, den Bahnhof Goetheweg, dessen Empfangsgebäude im Zweiten Weltkrieg zerstört wurde, durch das geheimnisumwitterte Brockenmoor bis zur „Brockenspirale“. Dabei umkurvt die Brockenbahn anderthalb Mal die Bergkuppe, um die maximale Steigung auf ein erträgliches Maß zu drücken. Dieser Bau gilt als eisenbahntechnisches Meisterwerk. Die Vegetation wird nun immer spärlicher, die Dampflok muss ihre ganze Kraft aufbringen.

Nach halbstündiger Bergfahrt ist die gewaltige Anstrengung geschafft: Auf 112 Metern Höhe nimmt uns der Bahnhof Brocken in Empfang. Das Bahnhofsgebäude des Bahnhofs Brocken ist aus Granitstein und wurde 1923 errichtet. Es ist der höchstgelegene Bahnhof Deutschlands, den man mittels „normaler“ Züge erreichen kann, die also keine Hilfsmittel wie Seilzüge o.ä. verwenden.

Urlaub in Wernigerode

Die mittelalterliche Fachwerkstadt Wernigerode ist ein wahres Kleinod – wunderschön gelegen am Rand des Harzes und wunderschön anzuschauen. Die „bunte Stadt am Harz“ – einst so benannt von Hermann Löns – blickt auf eine bereits 900-jährige Geschichte zurück. Das Westerntor und zahlreiche renovierte Fachwerkhäuser zeugen von der mittelalterlichen Blütezeit, die Wernigerode erlebt hat.

Mittelpunkt der Altstadt ist der von farbenprächtigen Häuserfassaden umgebene Marktplatz und der Marktbrunnen. Wer als Unterkunft eine Pension in Wernigerode gemietet hat, sollte sich einen Ausflug aufs Wernigeroder Schloss vormerken, das auf dem 350 Meter hohen Agnesberg steht. Dort wartet eine Schlosskirche, das Arbeitszimmer des Grafen Otto und ein original eingerichteter Festsaal mit eingedeckter Tafel um 1880 auf die Urlauber im Harz. Ebenfalls einen Besuch in Wernigerode wert ist das Museum für Luftfahrt und Technik Wernigerode mit mehr als 40 Flugzeugen und Hubschraubern von Clemens Aulich, dazu viel restaurierte Details und Technik zum Staunen.

Wernigerode liegt im südwestlichen Sachsen-Anhalt und hat gut 30.000 Einwohner. Wenn Sie in Wernigerode sind: hören Sie gut hin: Auf chorischem Gebiet hat sich die Stadt einen Namen gemacht. Chor- und Musikschulen, Chorfestivals und mehr laden zum musikalischen Verweilen ein.

Bilder Brockenbahn + Urlaub in Wernigerode

Bahnof Drei Annen Hohne

Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) im Bahnhof Drei Annen HohneDer Umsteigebahnhof der Harzer Schmalspurbahnen, wo die Brockenbahn von der Relation Wernigerode – Nordhausen abbiegt, ist ein kleiner Ort am Fuße des Nationalparks Harz. Hier erreichen Sie vom Bahnhof aus in einem etwa 15-minütigen Fußweg das Natur-Erlebniszentrum HohneHof. Erfahrene Ranger des Nationalparks Harz geben Ihnen Tipps für eine spannende Wanderung, dies gilt im Winterurlaub genauso wie im Sommer.

Urlaub in Schierke

Brockenbahn der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) im Bahnhof SchierkeDer Kurort Schierke ist ein idyllischer Ort am südöstlichen Fuße des Brockens, der sich durch seine urige Atmosphäre auszeichnet. Jedes Jahr findet hier eine der größten Walpurgisfeiern des Harzes statt. Der Wintersport- und Luftkurort zählt gut 700 Einwohner – aber deutliche mehr Touristen, die den kleinen Ort als Ausgangspunkt nehmen, um zum Brocken mit der Brockenbahn zu fahren, Wanderungen, Wintersport oder Wellness zu betreiben.

Schierke gilt auch als das „St. Moritz des Nordens“, die Unterkünfte, Pensionen und Hotels kannten einen hohen Standard. Dieser fiel zu DDR-Zeiten, bedingt durch die Grenzlage. Denn der Urlaubsort Schierke, den so viele Harz-Besucher sehen wollten, war nur schwer zu erreichen. Wer mit der Harzquerbahn bzw. Brockenbahn hier aussteigen wollte, benötigte einen Passierschein. Heute geht es deutlich offener zu, ein Grund dafür kann vielleicht auch der hochprozentige „Schierker Feuerstein“ sein. Der Kräuterlikör ist einer von zahlreichen Kräuterschnäpsen, die im Harz hergestellt werden. Wer seinen Urlaub im Harz in einer Unterkunft in Schierke verbringt, dem wird in seiner Pension, der Ferienwohnung oder dem Hotelzimmer nach einem Glas „Feuerstein“ sicher nicht mehr kalt werden.

Brocken: Geschichte, Wetter und Attraktionen

Zum höchsten Erhebung im Harz muss man nicht mehr viele Worte verlieren. Der Brocken ist der höchste Berg im Norden Deutschland mit 1142 Metern. Der Granitberg weist ein raues Klima auf, weshalb hier zahlreiche seltene Arten zu finden sind. Das Brocken-Wetter ist daher mit Vorsicht zu genießen und sollte von Harz-Urlaubern vor einem Ausflug nochmal gecheckt werden, schließlich ist die Vegetationszone des Brockens im Nationalpark Harz ist mit Nordskandinavien oder den Alpen zu vergleichen.

Schon lange vor der Eröffnung der Brockenbahn im Jahre 1899 war der Brocken ein beliebtes Ausflugs- und Wanderziel – davon kündet etwa der Haltepunkt „Goetheweg“, den die Brockenbahn auf dem Weg zum Gipfel ansteuert. Die Wetterwarte wird heute noch genutzt. Die militärische Nutzung des Brockens insbesondere zu Zeiten des 2. Weltkriegs (Stichwort: „Festung Harz“) und anschließend durch die DDR zum großen Lauschangriff auf die Bundesrepublik ist heute glücklicherweise nicht mehr gegeben. Die Grenze der DDR zur Bundesrepublik verliert etwa zwei Kilometer westlich der Brockenkuppe. Stattdessen erfreut sich der Brocken zahlreicher Besucher, die per Pedes oder mit der Brockenbahn den höchsten Berg im Norden Deutschlands erklimmen.

Bilder Brockenbahn: Fahrt, Bahnhof Brocken, Brocken-Gipfel

Faust – Die Rockoper auf dem Brocken

Die Co-Produktion zwischen der Harzer Schmalspurbahnen GmbH und Manthey Event GmbH bringt „Faust – Die Rockoper“ auf die Bühne des Goethesaal im Brockenhotel. Orginalgetreue Texte aus dem Weltklassiker von Goethe und eine musikalische Inszenierung, die an ein Kiss-Konzert erinnert, werden seit 2006 auf dem Brocken aufgeführt. Die Urlauber, die Faust buchen, reisen dabei mit der Brockenbahn von Wernigerode aus bis zum Bahnhof Brocken. Dort gibt es die Theater-Rock-Aufführung – übrigens wahlweise von „Faust 1“ oder „Faust 2“, ein „Mephisto-Mahl“ beim Brockenwirt sowie Reiseleitung und Animation während der hundertminütigen Dampfbahn-Fahrt bis auf den Brocken. Das Angebot gibt es jetzt auch für Schüler und Schulklassen, die den obligatorischen „Faust“ mal auf andere Weise als im frontalen Deutsch-Unterricht behandeln wollen.

Nationalpark Harz

Der Brocken ist Teil des Nationalparks Harz. Als geschütztes Gebiet umfasst der Nationalpark ungefähr 10 Prozent der Gesamtfläche des Harzes. Nahezu der gesamte Nationalpark Harz ist bewaldet, vor allem mit Fichten- und Buchenwäldern. Er erstreckt sich von Bad Harzburg im Süden bis Ilsenburg im Norden. Aufgrund seiner großen Höhendifferenz von mehr als 900 Metern umfasst der Nationalpark Harz insgesamt 6 Höhenstufen der Vegetation vom Hügelland hinauf bis auf die Brockenkuppe. Wer Urlaub im Harz macht, findet hier eine unerschöpfliche Quelle Natur zum Wandern.

Roßtrappe: Auf einer Felsenklippe in einer Höhe von 451 Metern gelegen, ist der sagenumwobene Hufabdruck die Attraktion. Der Sage zufolge konnte sich Brunhilde, altgermanische Königstochter, durch einen waghalsigen Sprung mit ihrem Pferd von einem Gebirgsbach auf einen gegenüberliegenden Fels retten – natürlich vor einem Herren, der ihr nachstellte. Das war, der Legende nach, der aufdringliche Böhmenkönig Bodo.

Hexentanzplatz + Walpurgisnacht

Einer der bedeutendsten Ausflugsziele für Touristen, die im Harz Urlaub machen, ist der sagenumwobene Hexentanzplatz in Thale. Der Hexentanzplatz gilt als altgermanischer Kultort, an dem Rituale abgehalten wurden. Diese Rituale wurden vor allem in der Walpurgisnacht abgehalten.

Die Harzer Schmalspurbahnen feiern die Walpurgisnacht jedes Jahr mit Sonderzügen. Dabei werden die Dampfloks mit Tannengrün und Reisig geschmückt und bringen Hunderte Harz-Urlauber zum nächtlichen Tanz der Hexen und Teufel bis zum Bahnhof Brocken hinauf.

Die Geschichte der Walpurgisnacht ist allerdings weniger vom Brocken, sondern mehr vom Hexentanzplatz geprägt. Der Legende zufolge wollten die Sachsen einmal in jener Nacht an ihre Kultstätte gelangen. Dazu mussten sie allerdings an den Wachen vorbei, die Karl der Große dort postiert hatte. Um an den Wachen vorbeizukommen, verkleideten und bewaffneten sich die Einwohner mit Heugabeln und Besen. Das zeigte Wirkung – die Wachen flohen und erzählten, sie seien von Teufeln und Hexen bedroht worden. Insofern hat das alljährliche Ritual, sich als Hexe und Teufel zu verkleiden, etwas sehr Aufrührerisches: der gewitzte Kampf gegen die Obrigkeit.

Braunlage

Adieu, Südharz-Eisenbahn – so hieß es am 30. September 1962, also gut ein Jahr nach dem Mauerbau. Vormals kreuzte die Harzquerbahn in Sorge die Trasse der Südharz-Eisenbahn, Sorge war also ein zentraler Knotenpunkt im Netz der Harzer Schmalspurbahn Richtung Norden ging es nach Wernigerode, Richtung Süden nach Nordhausen. Und die Südharz-Eisenbahn verkehrte in westlicher Richtung nach Braunlage.

Doch nach dem Mauerbau war die Verbindung unterbrochen. Auch wenn es keine heute keine Schmalspurbahn-Verbindung mehr nach Braunlage gibt, konnte dies der Popularität von Braunlage als Urlaubsort im Harz nichts anhaben, im Gegenteil: Bis zur Wiedervereinigung war Braunlage ein beliebter Urlaubsort im Harz.


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Urlaub im Harz: Die Urlaubsorte der Brockenbahn wurde zuletzt aktualisiert am Februar 14th, 2016 von Jan

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