Selketalbahn ab Quedlinburg: Fahrpläne, Preise, Videos

Selketalbahn: NWE 11 und 12 im Bahnhof Gernrode

Romantische Dampfloks zuckeln durch das Selketal – diesen Traum macht die Selketalbahn im Harz jeden Tag wahr. In diesem Beitrag geht es um den aktuellen Fahrplan, Fahrpreise und Streckenplan, beeindruckende Videos sowieTipps für einen Urlaub entlang der Orte der Selketalbahn im Harz – von Quedlinburg über Gernrode, Alexisbad, Harzgerode, Stiege und Hasselfelde bis nach Eisfelder Talmühle.



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Kurzüberblick: Harzer Schmalspurbahnen

  • Das Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen (HSB) in Sachsen-Anhalt ist gut 140 Kilometer lang. Die Strecken im Harz auf Meterspur bilden das größte zusammenhängende Netz von schmalspurigen Eisenbahnen in Deutschland und sind heute ein Anker des Tourismus im Harz. Der HSB-Hauptsitz ist in Wernigerode.
  • Die Selketalbahn ist der älteste Abschnitt der Harzer Schmalspurbahnen. Die Anbindung von Quedlinburg an die Strecke ab Gernrode im Jahr 2006 ist der gewaltigste Neubau seit der Brockenbahn-Ertüchtigung nach der Wende auf den Strecken der HSB in Sachsen-Anhalt.
  • Die Brockenbahn war von Beginn an auf den Tourismus ausgelegt – und ist der Publikumsrenner der HSB. Die Züge auf der Eisenbahn-Strecke von Wernigerode über Drei Annen Hohne und Schierke bis hinauf zum Bahnhof Brocken dampfen seit dem Jahr 1899. Zu DDR-Zeiten war der Brocken Teil vom Grenzgebiet zur BRD, daher verkehrten die Züge nur auf der Harzquerbahn von Wernigerode über Drei Annen Hohne bis Nordhausen.
  • Die Harzquerbahn startete ihre Fahrten auf der Strecke zwischen Nordhausen und Wernigerode im Jahr 1899. Neben ihrer Nord-Süd-Durchquerung des Harzes verlässt die Eisenbahn die Landesgrenzen von Sachsen-Anhalt und dampft bis Nordhausen in Thüringen.

Fahrplan Selketalbahn

Ach, du Schöne: Die Selketalbahn kann vielleicht als reizvollster Abschnitt der Harzer Schmalspurbahnen beschrieben werden: Nicht so überfüllt wie die Brockenbahn, nicht so flach wie die Harzquerbahn. Stattdessen wilde Schluchten, enge Wälder, Flüsse und Brücken, Romantik pur im Selketal. Dabei umfasst die Selketalbahn einen 43,3 Kilometer langen Streckenabschnitt der Harzer Schmalspurbahnen, die zusammen mit der Harzquerbahn und der Brockenbahn das größte, zusammenhängende Schmalspurbahnnetz Deutschlands bilden.

Fahrplan aktuell



ACHTUNG: Vom 7. November bis 2. Dezember 2016 gibt es keinen Zugverkehr auf der Selketalbahn! Zwischen dem 5.-9. Dezember sowie vom 12.-16. Dezember 2016 gilt ein Ersatzfahrplan ohne Dampfzüge. In diesem Zeitraum werden ausschließlich Triebwagen eingesetzt.

Im Folgenden gibt es eine Übersicht der wichtigsten Verbindungen der Selketalbahn mit Dampflok-Betrieb im Sommer-Fahrplan 2016 zwischen Quedlinburg, Gernrode, Alexisbad sowie Harzgerode, Stiege und Hasselfelde. Der aktuelle Fahrplan ist gültig bis zum 28. April 2017. Täglich verkehren mehrere HSB-Dampfzugpaare von Quedlinburg über Gernrode bis Alexisbad. Auch die Strecke von Alexisbad bis nach Stiege wird täglich mit Dampfloks bedient. Im Sommer verkehrt zudem täglich ein Zug vom Brocken über Drei Annen Hohne bis nach Eisfelder Talmühle und biegt dort auf die Selketalbahn ab. Dieser Brockenzug fährt am Nachmittag bis nach Quedlinburg. Den aktuellen Fahrplan der Selketalbahn gibt es in einer übersichtlich & detailliert per Klick auf den Button:

 

 

 

 

Winter-Fahrplan (gültig vom 3. Dezember bis 28. April 2017)

In dieser Kurz-Übersicht sind nur die dampfbetriebenen Züge der Selketalbahn aufgeführt. Ebenfalls sind nur die wichtigsten Abfahrts- und Ankunfts-Bahnhöfe für die Verbindungen ab Quedlinburg in Richtung Alexisbad und weiter enthalten.

Quedlinburg – Harzgerode / Stiege / Hasselfelde

Abfahrt QuedlinburgGernrodeAlexisbadHarzgerodeStiegeHasselfelde
Ab 7.34Ab 8.26An 8.35
10.30Ab 10.46An 11.31
Ab 13.57Ab 14.55Ab 15.46An 15.59
19.43An 19.58

 

 

Hasselfelde / Stiege / Harzgerode – Quedlinburg

In dieser Kurz-Übersicht sind nur die dampfbetriebenen Züge der Selketalbahn aufgeführt. Ebenfalls sind nur die wichtigsten Abfahrts- und Ankunfts-Bahnhöfe für die Verbindungen in Richtung Quedlinburg enthalten.

Abfahrt HasselfeldeStiegeHarzgerodeAbfahrt AlexisbadAnkunft GernrodeAnkunft Quedlinburg
Ab 8.45Ab 9.02An 9.50An 10.15
Ab 11.46An 12.31
Ab 16.09Ab 16.23Nach Eisfelder Talmühle
Von Eisfelder TalmühleAb 17.32Ab 18.27An 19.12An 19.28

 

 

Sonderfahrten

Neben den täglichen Dampfzügen werden auf der Strecke von Quedlinburg durch das Selketal zahlreiche Sonderfahrten und Veranstaltungen für den Tourismus angeboten. Dazu gehört etwa die Rockoper Faust – hierbei trifft Goethes Faust auf Gitarrensound à la Kiss – auf dem Brockenplateau. Die Bahnen fahren meist von Wernigerode aus auf den Brocken. Ebenfalls ist die Walpurgisnacht vom 30. April auf den 1. Mai legendär – tanzende Hexen feiern überall im Harz. In der Walpurgisnacht an der Schwelle zwischen April und Mai gibt es – neben Tourismus-Angeboten von Wernigerode – ebenfalls Fahrten von Quedlinburg aus.

Fahrpreis Selketalbahn

Eine Fahrt kostet mit den Harzer Schmalspurbahnen immer gleich – nämlich aktuell 52 Cent pro Kilometer. Ausnahme bildet der „Brockentarif“, bei dem ein einheitlicher (und natürlich der touristischen Nachfrage angemessener) Fahrpreis von jeder HSB-Station bis hinauf zum Brocken gilt. Aus dieser Kalkulation leiten sich exemplarisch die folgenden Fahrpreise für die Selketalbahn im Harz ab, bei der die Fahrtkosten für die Strecke von Quedlinburg wahlweise bis Gernrode, Alexisbad, Eisfelder Talmühle oder Wernigerode berechnet wurde.

 

Fahrpreis ab Quedlinburg nach

1 Erwachsener Hinfahrt1 Erwachsener Hin- und Rückfahrt1 Kind Hinfahrt1 Kind Hin- und Rückfahrt
Gernrode4 Euro6 Euro2 Euro3 Euro
Alexisbad12 Euro18 Euro6 Euro9 Euro
Eisfelder Talmühle23 Euro35 Euro11,50 Euro17,50 Euro
Wernigerode23 Euro35 Euro11,50 Euro17,50 Euro

Ebenfalls gibt es das Selkebahn-Kombiticket: Es gilt ab Lösungstag an 3 aufeinander folgenden Kalendertagen für die Strecke der HSB im Selketal und bestimmte ausgewiesene Strecken der HSB GmbH und kostet 17,00 €.

Zur Buchung

Streckenverlauf + Stationen

Streckennetz der Harzer Schmalspurbahnen (HSB)Die Fahrt beginnt in der Unesco-Welterbestadt Quedlinburg in Sachsen-Anhalt. Die Strecke beginnt am normalspurigen Bahnhof Quedlinburg. Die Stadt Quedlinburg ist mit ihren gut 2000 denkmalgeschützten Häusern eine Reise wert – die Aufnahme in die Unesco-Liste hat den Tourismus von Quedlinburg entsprechend angekurbelt. Von Quedlinburg aus geht es in flachem Gelände in Richtung Bahnhof Gernrode, der nach knapp neun Kilometern erreicht wird. Der Streckenabschnitt von Quedlinburg nach Gernrode ist jüngster Teil; er wurde erst im Jahr 2006 eröffnet. Anschließend umfährt die Selketalbahn Gernrode taucht ab in wildromantische Schluchten und Täler. Nach Halten in Osterteich, Sternhaus-Haferfeld und Sternhaus-Ramburg dampft die Bahn auf ihrer Strecke durch das Selketal über Drahtzug bis Mägdesprung.

Über Drahtzug und Mägdesprung folgt die Strecke der schmalspurigen Eisenbahn dem Flusslauf der Selke, von diesem Streckenabschnitt hat die Bahn auch ihren Namen bekommen. Hier gibt es etwa die Mägdetreppe zu erwandern. Nach 14,5 Kilometern ist der Bahnhof Alexisbad auf 325 Metern erreicht. Wer will kann von hier aus einen Abstecher bis nach Harzgerode machen – ein wirklich wunderschönes Stück Harzbahn warten auf den 2,93 Kilometern.

Die Haupttrasse verläuft weiter über Silberhütte, wo früher eine Munitionsfabrik stand, und Straßberg bis Stiege nach 35,7 Kilometern. Der liegt, genauso wie der Ort, auf einer Hochebene. Hier gibt es eine große Wendeschleife für Züge der Selketalbahn. Einige fahren aber auch weiter – entweder bis Hasselfelde, das etwa mit seinem Westernpark Pullman City aufwarten kann, oder auf der Verbindungstrasse bis Eisfelder Talmühle. An der Landesgrenze zwischen Sachsen-Anhalt und Thüringen gelegen, sind von hier aus alle Destinationen der Harzquer- und Brockenbahn erreichbar – neben Wernigerode und Nordhausen natürlich auch der Bahnhof Brocken selbst.

Videos + Bilder

Selketalbahn – Frühjahrsdampf im Tal der Bere und der Hassel 2014

(HD) Mit der Neubaulok durchs Selketal

Wie der Name schon sagt, gibt dieses kann zehnminütige HS-Video viele wunderschöne Einblicke in eine Fahrt durchs Selketal mit den neugebauten Brockenloks, die ihr 60-jähriges Jubiläum im Jahr 2015 feiern. Beschreibung dieses Videos vom Autor The Gondorian: „Am sonnigen und warmen 17. April 2010 wurde 99 238 (99 7238-1) die Ehre zu Teil, die Planzüge im Selketal zu ziehen. Wir verfolgten sie und konnten sie mehrmals auf Zelluloid bannen.“

Zeitreise: Selketalbahn 1990 – Deutsche Reichsbahn – DDR

Ein Dokument der Zeitgeschichte. Die Neubauloks fahren noch heute, doch die Trabis und Wartburgs sind verschwunden. So beschreibt Autor efBeVideo: „Besuch bei der Selketalbahn, als es noch die DDR und die Deutsche Reichsbahn gab. Szenen von den Dampfzügen von Gernrode nach Alexisbad, Harzgerode und Hasselfelde, aufgenommen am 31.07.1990. Wegen einer erhöhten Waldbrandstufe waren an diesem Tag hinter einigen Zügen auch SKL’s zur Brandbeobachtung unterwegs.“

Mallet 99 5906 auf der Selketalbahn (HD)

Nachfolgend haben wir einige der schönsten Bilder der Eisenbahn im Selketal zusammengetragen.

Urlaub an der Selketalbahn

Für einen Urlaub entlang der Selketalbahn haben wir Tipps für spannende Ausflüge zusammengestellt.

Urlaub im Harz: Anreise zur Selketalbahn

Anreise nach Quedlinburg per Bahn: Die Selketalbahn befindet sich im Ostharz zwischen Quedlinburg, Harzgerode und Hasselfelde in Sachsen-Anhalt. Sie können die Selketalbahn bequem per Eisenbahn erreichen. Der Schmalspurbahnhof Quedlinburg liegt am normalspurigen Bahnhof Quedlinburg für die großen Züge. Hier verläuft die Bahnstrecke Magdeburg – Thale, auf der stündlich fahrende Zügen des HarzElbeExpress verkehren. Von Eisfelder Talmühle aus ist für die Anreise bzw. Abreise ein Umstieg in die Züge der Harzquerbahn möglich. Auskünfte zu den Fahrzeiten der Züge und Busse erhalten Sie online beim Informationssystem Nahverkehr Sachsen-Anhalt (INSA).

Anreise nach Quedlinburg per Auto: Wer mit dem Auto kommt, um seinen Urlaub im Harz zu verbringen, nimmt für die Selketalbahn am besten die A14. Für den weiteren Teil der Anreise folgen Sie der B6n bis Quedlinburg, dort der Ausschilderung zum Bahnhof folgen.

Hasselfelde – Pullman City

Selketalbahn: Rangieren im Bahnhof HasselfeldeWer mit der Selketalbahn unterwegs ist, kann – vor allem mit Familie – einen Abstecher nach Hasselfelde einplanen. Von Quedlinburg – Gernrode – Alexisbad aus verkehren auf dieser Relation der Harzer Schmalspurbahn täglich mehrere Züge, teilweise auch mit Damplok bespannt. Eventuell müssen Fahrgäste der Selketalbahn dann in Stiege umsteigen, um nach Hasselfelde zu gelangen.

Dort wartet in Pullman City ein Westernpark für die ganze Familie. Der Erlebnispark soll das Wildwest-Leben in der Mitte des 19. Jahrhunderts darstellen und erstreckt sich über eine Fläche von 100.000 Quadratmetern. Westernshows, Pferderitts, Abenteuerspielplätze, Kutschfahrten werden angeboten; und wer am Abend noch mehr Lust auf den Wilden Westen hat, kann sich in Blockhütten, Indianertipis oder am Lagerfeuer niederlassen. Mehr zu Programm + Preisen von Pullman City auf der offiziellen Webseite.

Alexisbad: Kurgäste und Aktivurlauber

Ebenfalls direkt an der Selketalbahn, ist Alexisbad ein 40-Einwohner-Dörfchen, das sich voll und ganz dem Tourismus verschrieben hat. Es ist im Tal der Selke gelegen und gehört zu Harzgerode. Für den an Schmalspurbahnen interessierten Harz-Urlauber ist Alexisbad schon deshalb spannend, weil es hier Doppelausfahrten zu sehen gibt – heute allerdings nur noch bei Sonderfahrten. Während ein Gleis in Richtung Stiege führt, biegt das andere Schmalspurbahn-Gleis ab in Richtung Harzgerode. Allein diese Stichstrecke, 2,93 Kilometer lang bei einem Höhenunterschied von 75 Metern, ist ein wunderbares Stück Schmalspurbahn-Geschichte im Harz.

Auch 2015 fahren hier Züge mit Dampfloks, auch wenn laut Selketal-Fahrplan die Mehrzahl der Züge mit Diesel angetrieben wird. Wer seinen Urlaub im Harz also in Alexisbad verlebt, wird nicht enttäuscht sein. Die Landschaft ist facettenreich – und die Harzer Schmalspurbahn bietet hier spektakuläre Fotomotive.

Selketalbahn: Triebwagen im Bahnhof AlexisbadSchon vor vielen Jahrhunderten war das heilende Bergwasser von Alexisbad ein Grund für viele Kranke, diesen Ort im Harz zu besuchen. So wurde Alexisbad im 18. Jahrhundert zum Kurort. Seinen Namen verdankt der Ort übrigens Herzog Alexius von Anhalt-Bernburg. Der ließ das Heilwasser der Region Anfang des 19. Jahrhunderts untersuchen – und kam zum Schluss, dass es für den Kurbetrieb tauge. Anschließend ließ der Namensgeber des heutigen 40-Einwohner-Örtchens im Ostharz zahlreiche Gebäude errichten.

In Alexisbad kommen Kurgäste wie Aktivurlauber auf ihre Kosten. Urlauber, die im Harz wandern möchten, sind in Alexisbad richtig: Die Landschaft ist wild, verschiedene Ziele wie etwa der Selke-Wasserfall, die Mägdetreppe mit einem traumhaften Ausblick über das gesamte Selketal oder die Köthener Hütte sind Wanderziele für Ostharz-Urlauber.

Harzgerode: Harzschützen im Schlosshof

Nachdem das Brocken-Musical „Faust“ auf dem Brocken ein riesiger Erfolg wurde, beschlos man auch an der Selketalbahn so spektakulär zu agieren. Seit 2007 versammeln sich in Harzgerode die Harzschützen alljährlich und begeistern das Publikum im Schlosshof der Stadt. An- und Abreise mit einer Dampflok der Selketalbahn sind natürlich inklusive. Mehr auf der offziellen Webseite der Stadt Harzgerode.

Mehr lesen – Alexisbad + Harzgerode: Urlaub, Hotels, Ausflüge

Quedlinburg: Besuch beim Welterbe

25.000 Einwohner hat das beschauliche Quedlinburg an der Bode nördlich des Harzes in Sachsen-Anhalt. Man glaubt kaum, welch spektakuläre Geschichte Quedlinburg bietet: Gut 2000 Fachwerkhäuser aus acht Jahrhunderten machen Quedlinburg zu einem der größten Flächendenkmale Deutschlands. Entsprechend wurde die Stadt Quedlinburg auch 1994 von der Unesco mit dem Weltkulturerbe-Status versehen. Dies hat der Stadt in Sachsen-Anhalt einen deutlichen Schub in Sachen Tourismus gegeben.

Und dank der erweiterten Strecke der Selketalbahn ist Quedlinburg seit 2006 auch an das Netz der Harzer Schmalspurbahnen angeschlossen. Kirchen, Abtei-Garten, Renaissance-Rathaus und Parks – Quedlinburg ist ein hervorragendes Ziel für einen geschichtsträchtigen Stadtrundgang. Der Quedlinburger Domschatz  ist ein hervorragend erhaltenes Ensemble mittelalterlicher Schatzkunst. Er wird in der Stiftskirche St. Servatii zu Quedlinburg aufbewahrt. Ein besonderer Höhepunkt ist ein Knüpfteppich aus der Zeit um 1200, der älteste erhaltene Knüpfteppich Europas.

Auf der Tourismus- und Stadtinformations-Webseite zu Quedlinburg finden Besucher dieser Welterbe-Stadt in Sachsen-Anhalt viele Informationen und Angebote für Kurzreisen nach Quedlinburg. So gibt es etwa das „Basispaket Quedlinburg“, das zwei Übernachtungen, ein Abendessen sowie einen Stadtrundgang umfasst – auf der Stadtinfo-Webseite zum Tourismus in Quedlinburg kann dieses Paket gebucht werden.

Wernigerode: Fachwerk aus dem Mittelalter

Die mittelalterliche Fachwerkstadt Wernigerode ist ein wahres Kleinod. Wernigerode, die „bunte Stadt am Harz“ – einst so benannt von Hermann Löns –,  blickt auf eine bereits 900-jährige Geschichte zurück. Das Westerntor und zahlreiche renovierte Fachwerkhäuser zeugen von der mittelalterlichen Blütezeit, die Wernigerode erlebt hat. Die Stadt ist über die schmalspurige Eisenbahn im Harz von überall erreichbar: Sie können in Quedlinburg in die Selketalbahn einsteigen und bis Wernigerode fahren, auch wenn dies eine Tagestour darstellt. Wer in Quedlinburg seine Unterkunft hat und mobil ist, kann sich ins Auto setzen und nach Wernigerode fahren – die Entfernung beträgt 30 Kilometer.

Wernigerode liegt im südwestlichen Sachsen-Anhalt und hat gut 30.000 Einwohner. Für den Tourismus ist neben der Altstadt auch das Wernigeroder Schloss spannend, das auf dem 350 Meter hohen Agnesberg steht. Ebenfalls lohnt das Museum für Luftfahrt und Technik einen Besuch in Wernigerode. Zudem hat sich Wernigerode auf chorischem Gebiet einen Namen gemacht – Chor- und Musikschulen, Chorfestivals und mehr laden in Wernigerode zum musikalischen Verweilen ein.

Geschichte der Harzer Schmalspurbahnen: Alles begann im Selketal

Na ja, obwohl: Alles begann eigentlich zwischen Nürnberg und Fürth. Zwischen diesen beiden fränkischen Städten – die heute fließend ineinander übergehen – dampfte am 7. Dezember 1835 zum ersten Mal ein fauchendes Dampfross über Eisenstränge, die wiederum auf Holzschwellen lagen. Für die Geburt der Eisenbahnen in Deutschland bediente man sich dem englischen Spurweiten-System von eintausendvierhundertfünfunddreißig Metern. Die 1435 Meter sollten schließlich als Normalspur in die Eisenbahnsprache übergehen.
Die 1435 Meter waren im 19. Jahrhundert vor allem für die großflächige Erschließung und Konnektierung der deutschen Ländereien angedacht. Distanzen schnell überwinden, große Städte miteinander verbinden – dafür brauchte man die Normalspurbahnen.

Eröffnung der Selketalbahn 1887

Für die etwas abgelegenen Gebiete bot sich die breite Spurweite nicht an: zu teuer, zu große Kurvenradien. Insbesondere der Harz stellte mit seinen im Norden und Westen steilen Gebirgszügen eine gewaltige Herausforderung dar. Doch als der Ort Gernrode im Selketal im Jahr 1885 einen Normalspuranschluss bekam, wuchs bei der politischen und wirtschaftlichen Prominenz des höchsten deutschen Mittelgebirges der Wunsch, künftig für den Personen- und Gütertransport nicht nur auf Pferdefuhrwerke angewiesen zu sein, zumal die Wege im Winter oftmals aufgrund der Witterung unpassierbar waren.

So gründete sich die Gernroder-Harzgeroder-Eisenbahngesellschaft im Jahr 1886 – und bereits zehn Monate später wurde der erste Abschnitt der Selketalbahn von Gernrode nach Mägdesprung eröffnet – in Zeiten des Chaos‘ rund um den BER heute undenkbar.

Russen demontierten Selketalbahn 1945

Doch offenbar war die Energie, Dinge schnell anzupacken, damals richtig ausgeprägt. Denn 1888 wurden auch die Streckenabschnitte Mägdesprung – Harzgerode sowie Alexisbad – Silberhütte fertiggestellt und für den Personen- und Güterverkehr freigegeben. Weitere Streckenabschnitte von Silberhütte nach Güntersberge, von Güntersberge nach Stiege sowie von Stiege nach Hasselfelde wurde in den Jahren 1890 bis 1892 gebaut und freigegeben. Die benachbarte NWE, die Nordhausen-Wernigeroder-Eisenbahn, war so schnell nicht: Von Nordhausen aus dampfte der erste Zug 1899 bis nach Wernigerode.

Warum sich die russischen Besatzer nach dem 2. Weltkrieg dafür entschieden, (natürlich neben vielen anderen Strecken) ausgerechnet die Strecken der GHE als Reparationsleistung zu demontieren? Vielleicht ist die Munitionsfabrik in Silberhütte einer der Gründe gewesen, dass der Betrieb auf der Selketalbahn endete. Nur der Abschnitt von der Anschlussstelle Herzogschacht bis Straßberg blieb erhalten. Ab 1947 begannen aber bereits die Wiederaufbauarbeiten und wurden 1949 fertiggestellt.

Übrigens: Der Name Selketalbahn entstand, weil die Schmalspurbahn zwischen den Bahnhöfen Mägdesprung und Albrechtshaus dem Fluss Selke folgt.

Neubauprojekt Quedlinburg – Gernrode

Übrigens gab es nach der Wiedervereinigung noch ein ganz bedeutendes Bauprojekt auf der Selketalbahn. Weil die normalspurige Bahnstrecke Quedlinburg–Gernrode–Ballenstedt–Frose von der Deutschen Bahn nach einem Stellwerksbrand aufgegeben wurde, übernahmen die Harzer Schmalspurbahnen den Abschnitt Quedlinburg–Gernrode. Im Jahr 2005 begann im Bahnhof Gernrode der Bau der rund 8,5 Kilometer langen Verlängerung der Selketalbahn bis nach Quedlinburg. Dies geschah, indem die bestehende normalspurige Eisenbahn auf Meterspur umgebaut wurde. Der reguläre Reisezugverkehr ab Quedlinburg wurde – pünktlich zur Fußball-WM im eigenen Land – am 26. Juni 2006 aufgenommen. Seither verkehren täglich mehrere Züge zwischen Gernrode und Quedlinburg, auch Dampfbetrieb ist täglich anzutreffen.


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Selketalbahn ab Quedlinburg: Fahrpläne, Preise, Videos wurde zuletzt aktualisiert am November 6th, 2016 von Jan

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